Bepflanzung im Freilaufgehege

Freilaufgehege optimal anlegen
Bepflanzung im Freilaufgehege

Mithilfe der Bepflanzung eines Auslaufs kann man den Hühnern ein paradiesisches Leben bescheren. Andererseits kann man auch bei einer falschen Planung der Bepflanzung viel verkehrt machen. Manche Pflanzen können Ihren Hühnern schaden. Ihre Hühner sind jedoch auch Meister darin Pflanzen durch das Scharren und Picken zuzusetzen.
Wie Sie die Bepflanzung für das Freilaufgehege optimal anlegen können und welche Pflanzen für den Freilauf geeignet sind und welche nicht verraten wir Ihnen im folgenden Artikel.

Die Planung des Freilaufgeheges

Als ersten Schritt ist es wichtig zu klären wieviel Platz Ihnen für das Freigehege zur Verfügung steht und wo Sie welche Bereiche anlegen möchten. Lesen Sie für die Planung des Freigeheges unseren Artikel „Das Freilaufgehege am Hühnerstall – Sinnvoll nur wenn richtig angelegt“.

Nutzen der Bepflanzung im Freilaufgehege

Ein Freilaufgehege ist nicht nur für die Bewegung, Futter- und Frischluftaufnahme wichtig. Durch die Gestaltung von verschiedenen Bereichen im Auslauf, besonders durch Abtrennung mithilfe von Bepflanzung, haben die Tiere ein Versteck vor Fressfeinden und eine Rückzugsmöglichkeit voreinander. In einer strengen Sozialhierarchie einer Hühnerschar ist es manchmal nötig sich aus dem Weg gehen zu können. Auf die Psyche der Tiere hat es einen wohltuenden Einfluss, dass sie sich geschützt fühlen und weniger Stress ausgesetzt sind, was sich wiederum auch positiv auf die körperliche Gesundheit auswirkt.
Weite offene Flächen entsprechen nicht dem natürlichen Lebensraum der Hühner. Dort sind allen Fressfeinden ungeschützt ausgesetzt und fühlen sich daher unsicher und gestresst. In der Natur bevorzugen sie es sich im geschützten Unterholz aufzuhalten
Bei den Unterschlupfmöglichkeiten können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Außer der Bepflanzung können Sie nämlich auch weitere Verstecke in Form von Holzstapel, Steinhaufen oder einen umgedrehten Schubkarren verteilen. Wichtig ist nur, dass die Gestaltungselemente stabil sind und die Hühner sich nicht daran verletzen können.
Hühner mögen es außerdem nicht nur sich in der Sonne aufzuhalten, sondern entspannen oder scharren auch gerne im Schatten. Bäume, Büsche und Sträucher eigenen sich hervorragend dafür und ersparen es Ihnen eine eigens dafür vorgesehene Überdachung zu bauen.
Pflanzen bieten den Hühnern außerdem verschiedene Leckerbissen, wie Blätter, Früchte, Beeren aber auch Insekten und Würmer.
Die Bepflanzung kann also verschiedenen Zwecken dienen. Mit dieser können die Bereiche im Freigehege abgrenzen werden, sie dienen als Schattenspender und Unterschlupf und stellen eine Nahrungsquelle dar.

Die Wiese im Freilaufgehege

Die weitläufigste Bepflanzung eines Freigeheges ist meist der Rasen. (Pro Huhn wird da durchschnittlich mit 10-12 Quadratmetern gerechnet.) Eine saftige Wiese bietet nicht nur Leckerbissen wie Grashalme, sondern auch Würmer und Insekten. Wenn es sich außerdem, um eine Wildblumenwiese handelt, finden die Hühner allerlei Kräuter, Wurzeln und Blumen zum Fressen. Eine üppige Wiese ist somit ein reichhaltiger Nährstofflieferant.
Damit die Wiese jedoch auch nach einem ausgiebigen Gescharre und Gepicke grün bleibt und nicht zu einer brau-grauen Wüste wird, können Sie einige hier gesammelte Tipps berücksichtigen:

  • Lassen Sie die Hühner in regelmäßigen Abständen einen anderen Bereich der Wiese begehen (sofern der Platz das umsetzbar macht), damit sich das andere Stück Boden Zeit hat zu regenerieren.
  • Verwenden Sie robuste und trittsichere Grassorten, wie Längerrispe, Rohrschwingel oder Haarblättiger Schwinger. Diese sprießen auch schneller wieder nach.
  • Bestimmte Hühnerrasen setzen dem Rasen weniger zu, wie z.B. die federfüßigen Zwerghuhnrassen.
  • Die Verlegung von Rasengittersteinen vermiest den Hühnern das Scharren und ermöglicht es dem Gras durchzusprießen. (Es ist allerdings schwer hygienisch zu halten.)
Die Auswahl und Pflege der Pflanzen für den Auslauf

Hühner sind vom Scharren nicht abzuhalten, wo es Bäume, Büsche und Sträucher gibt. Denn an diesen Stellen ist die Erde meist locker und mit Laub durchsetzt. Würmer und Insekten tummeln sich an diesen Stellen, die dann gepickt werden.
Die Pflanzen müssen solche Belastungen gewachsen sein, sonst gehen sie sehr schnell ein. Deshalb ist der wohl wichtigste Faktor bei der Auswahl der Pflanzen, dass sie relativ robust und unempfindlich sind. Bäume und Büsche mit harter, ledriger Rinde sind da ideal. Nach dem Anpflanzen sollten Sie die Wurzeln der jungen Pflänzchen dennoch mit Steinen schützen, bis sie richtig angewachsen sind. Je nach Sorte sollte dies etwa zwei Monate dauern.

Bäume
Pflanzen mit einem robusten Stamm halten ein typisches Hühnerverhalten besser aus und so sind Bäume problemlos für einen Freilauf geeignet, sofern Sie ausreichend Platz zur Verfügung haben.
Damit die Bäume ungestört wurzen und wachsen können und auch die sorgfältig angelegten Bereiche nicht beschädigt werden, sollten Sie die Bäume mit genug Abstand zu betonierten oder gepflasterten Flächen gepflanzt werden.
Optimal ist es, wenn der Baum bzw. ein großer Strauch in der Mitte des Geheges steht, damit sich die Hühner dort vor Wind und Regen schützen können. In der Mitte des Auslaufs stellt solch ein großes Gestrüpp einen hervorragenden Schattenplatz dar. Wenn Sie mehr Platz haben, können Sie diese aber natürlich auch an mehrere Stellen des Platzes stellen und den Hühnern eine Wohlfühloase gestalten, sodass sie sich an jeder Stelle vor Fressfeinden aus den Lüften sicher fühlen.
Bäume, die gut für ein Hühner-Freigehege geeignet sind, sind Nadelbäume, Kiefernartige Koniferen und Ebereschen.

Büsche und Sträucher
Wenn Sie entweder zu wenig Platz für Bäume im Auslauf haben oder Sie Pflanzen benötigen, die schnell wachsen und Sie umgehend einen Schattenspender und Unterschlupf für Ihre Hühner haben, dann eigenen sich Büsche und Sträucher gut für diesen Anlass. Diese brauchen nur ein paar Wochen, um anzuwachsen und müssen dann regelmäßig beschnitten werden. Bei kleinen Büschen kommen Sie auch gut mit einer manuellen Heckenschere zurecht. Bei höheren Hecken werden Sie eine motorbetriebene oder elektrische Heckenschere benötigen, um diese ausreichend zurechtstutzen zu können. Diese können ebenso wie Bäume verteilt im Freigehege angepflanzt werden, um möglichst viel Unterschlupf zu bieten. Schütten Sie um die großen Sträucher zusätzlich noch Sand aus, haben Sie hiermit bereits eine Wellnessoase für das Geflügel kreiert, in welcher sie ausgiebig sandbaden können.
Am Zaun (im Gehege oder außerhalb) machen sich Heckenpflanzen besonders gut, um vor Wind zu schützen und sichern so noch zusätzlich den Zaun ab. Alternativ kann aber auch eine Schilf- oder Baumbusmatte angebracht werden.

Futterpflanzen sollten am besten am Rand des Freilaufgeheges gesetzt werden oder unter einer Überdachung für entspanntes Naschen im Regen. Im Vergleich dienen diese weniger dem Schutz oder dem Schattenspenden. Solche Snackpflanzen sind zum Beispiel Himbeer-, Brombeer-, und Johannisbeersträucher. An diesen Sträuchern werden nicht nur gerne die Früchte gepickt, sondern auch die Insekten, die diese anlocken. Beides trägt zu einer reichhaltigen und gesunden Ernährung der Hühner bei.
Hühner bleiben durch Beerensträucher außerdem vital, da sie oft hüpfen müssen, um höher gelegene Beeren zu schnappen. So leisten sie nebenher eine extra Portion Fitnesseinheit.
Beeren können auch hilfreich dabei sein eine bessere Bindung zwischen Ihnen (oder anderen Hühnerbewunderern) und den Hühnern herzustellen. Indem den Hühnern Beeren auf der Hand angeboten werden können Sie sie besser an Menschen gewöhnen und zutraulicher machen.

Kräuter und Blumen
Hühner haben einen schlechten Geruchs- und Geschmacksinn und wählen ihre Nahrung deshalb optisch aus, bevorzugt kontrastreiches Futter mit etwa 3mm Durchmesser. In der Schnabelhöhle haben sie außerdem Tastkörper, mit welchen sie die Konsistenz erspüren können. Wenn es jedoch einen Geschmack gibt, den sie bevorzugen, dann ist es der Bitterstoff. Wenn Sie Löwenzahn und Klee anpflanzen, machen Sie den Hennen also eine besondere Freude.
Außerdem können Sie zum Beispiel auch Pampasgras, Lavendel und Eukalyptus anpflanzen. Besonders mit Kräutern wie Oregano und Rosmarin können Sie zur Gesundheit der Hühner beitragen. Diese gelten nämlich als natürliches Antibiotikum und helfen dabei Keime abzutöten.

Pflanzen, die für Hühner giftig sind

Auch wenn Hühner intuitiv wissen, welche Pflanzen sie fressen können und was ihnen nicht guttut, ist es besser diejenigen, die für sie giftig sind besser gar nicht erst in das Gehege anpflanzen. Schließlich will man sie nicht auf dumme Gedanken bringen, falls sie mal Hunger haben sollten.
Folgende Pflanzen sollten nicht im Freilaufgehege der Hühner angepflanzt werden und können ihnen schaden:

  • Avocado!
  • Meerrettich
  • Maiglöckchen
  • Johanniskraut
  • Efeu
  • Hortensien
  • Farn
  • Schwarz Tollkirsche
  • Nachtschatten
  • Eibe
  • Zaunrübe
  • Rittersporn
  • Rhododendron
  • Schierling
  • Fingerhut
  • Adlerfarn

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