Bio Hühner

Was bedeutet eigentlich Bio?
Der Weg zu eigenen Bio-Hühnern

Nach allen Lebensmittelskandalen ist „Bio“ das Siegel was uns noch Halt gibt. Wir verbinden es mit natürlichem Anbau, gesunden Produkten und guten Haltungsbedingungen der Tiere. Bio liegt voll im Trend.
Wenn man ein Hühnerhalter ist oder einer werden möchte, liegt es daher nahe, sein Geflügel als Bio-Hühner bezeichnen zu wollen.
Mit etwas mehr Freilauf ist es nicht getan, um Bio-Eier von eigenen Bio-Hühnern auf dem Frühstückstisch servieren zu können.
Der Weg zum Bio-Huhn bedeutet, dass sowohl das Wohl der Tiere als auch die Umwelt besser geschützt werden.
Was Bio konkret bedeutet und welche Kriterien und Vorschriften für eine biologische Haltung Sie hierfür erfüllen müssen, erfahren Sie hier.

Was steckt hinter BIO

Was sicher keinem entgangen ist, ist, dass sowohl Bio-Eier, Bio-Hühnerfleisch, als auch sonstige Bio-Produkte im Supermarkt stets erheblich teurer sind. Doch steckt hinter diesen Preisen tatsächlich mehr Aufwand und bessere Qualität, oder ist es im Endeffekt wieder nur eine schiere Marketingmaßnahme?
Damit ein Erzeugnis „BIO“ auf der Verpackung stehen haben darf, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, da es sich hierbei um ein Qualitätssiegel handelt. Diese Voraussetzungen werden durch die EG Öko-Verordnung festgesetzt und beinhalten Punkte wie eine vorschriftsmäßige Unterbringung der Tiere und die Haltungspraktiken.
Bezüglich der Geflügelaufzucht gibt es Qualitätssiegel, die strengeren Kriterien der Aufzucht unterliegen (z.B. Bioland, oder Demeter), jedoch ist BIO dennoch der konventionellen Landwirtschaft vorzuziehen, wenn man Wert auf die Schonung von Ressourcen, dem Klima und der Umwelt legt.

Kriterien der EG Öko-Verordnung für das BIO-Siegel beim Geflügel

Die EGvÖko-Verordnung gilt innerhalb der EU und regelt die Bedingungen, unter denen landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Lebensmittel, Futtermittel oder Saatgut die Bezeichnung als „ökologisches“ oder „biologisches“ Produkt tragen und beworben werden darf.
Grundsätzlich steht es auch für eine artgerechte und tierfreundliche Tierhaltung mit mehr Platz pro Tier, bestimmten Einschränkungen beim Futter und den Arzneimittelgaben und einer langsamen Aufzucht. Dies soll in allen Prozessstufen neutral kontrolliert werden.

Haltungsbedingungen für BIO-Hühner

  • Konkret soll bei der Geflügelhaltung die Menge der Vögel der Betriebsfläche entsprechen (z.B. 230 Hennen / 580 Hähnchen pro Jahr pro Hektar dürfen gehalten werden). Die Höchstgrenze bei großen Betrieben liegt bei maximal 4800 Hühner / 3000 Legehennen pro Geflügelstall.
  • Im Stall müssen sechs Legehennen außerdem einen Quadratmeter Platz und täglichen Auslauf haben.
  • Den Hühnern müssen auch Sitzstangen und Sandbäder zur Verfügung stehen.
  • Ein Drittel des Stalls muss eingestreut sein, damit die Hühner die Möglichkeit zum ausgiebigen Scharren haben.
  • Der Stall muss so konstruiert sein, dass die Hühner Zugang zum Außenbereich haben. (Mindestens ein Drittel ihres Lebens müssen sie Zugang zum Freigelände haben.)
  • Die Hühner in Käfigen zu halten ist strengstens untersagt.
  • Wenn das Geflügel angekauft wird, muss es aus einer biologischen Aufzucht stammen, bei welcher die Schnäbel nicht gekürzt wurden, also noch intakt sind.

Das Futter für BIO-Hühner

  • Die Hühner erhalten Biofutter (nicht zu 100%)
  • Das Futter muss zu 20% aus eigenem Anbau stammen, sofern die möglich ist.
  • Falls die Möglichkeit nicht besteht, muss es von anderen biologischen Erzeugern aus der Region bezogen werden.
  • Die Herkunft des Futters muss zu 95% aus ökologischem Anbau sein (egal aus welchem Land der Welt). Falls die restlichen 5% nicht in Bioqualität verfügbar sind, dürfen sie auch einem konventionellen Anbau entstammen.
  • Das Futter darf zu 15% auf konventionellen Komponenten zusammengesetzt werden, wobei in einer Liste etwa 80 hierfür genehmigte Lebensmittel erlaubt sind (z.B. Obstreste, Soja, Fischmehl, usw.).
  • Das vorgeschriebene Futter soll besonders reichhaltig sein. Es besteht hauptsächlich aus Getreide und pflanzlichen Eiweißquellen wie Sonnenblumen, Raps und Erbsen.
  • Jungtiere erhalten besonders hochwertiges Eiweiß, um viel Energie für das Wachstum zu liefern, wie zum Beispiel Kartoffeleiweiß.
  • Jegliche Wachstumsfördernde Mittel, künstliche Aminosäuren und gentechnisch verändertes Futter ist verboten.

Schlachtung in der biologischen Haltung

  • Eine biologische Haltung bedeutet auch, dass die Hühner nur langsam herangezüchtet werden dürfen.
  • Zur Vermeidung einer Intensivzucht wurde ein Mindestalter von 81 Tagen für Hühner festgelegt, welches sie erreichen müssen, um geschlachtet werden zu dürfen. (Konventionelle Betriebe schlachten die Hühner meist schon nach 35 Tagen, da sie diese durch bestimmte Futterzugaben intensiv mästen.)
  • Bei langsam wachsenden Hühnerrassen kann das Mindestalter vernachlässigt werden, da durch das Verbot von Wachstumsfördernden Mitteln in der biologischen Haltung ohnehin länger brauchen, bis sie ein Gewicht erreichen, bei welchem sich die Schlachtung lohnt.
  • Die Schlachtung muss auf eine vorgeschriebene Art und Weise durchgeführt werden, wie zum Beispiel die vorherige Betäubung, sodass das Leid der Tiere auf ein Minimum begrenzt wird und ihnen keine unnötigen Schmerzen zugefügt werden.

Achtung: Bei den Produkten im Supermarkt ist die Qualitätsspanne zwischen den verschiedenen BIO-Produkten jedoch sehr hoch, da oft nur stichprobenartige Kontrollen durchgeführt werden. Außerdem erfüllen manche Betriebe nur die nötigsten Vorgaben, wohingegen andere Geflügelhalter Ihren Tieren freiwillig weitere Extras, wie einen Wintergarten, mehr Platz, Beschäftigungstherapie und sonstige Annehmlichkeiten bieten. Diese Unterschiede kann man auf dem Siegel leider nicht feststellen.

Wie wird mein Huhn zum Bio-Huhn?

Wenn Sie nicht gerade einen Massenbetrieb führen, sondern Ihre Hühner auf Ihrem Hof halten oder gar in Ihrem Garten, geht es Ihren Hühnern wahrscheinlich besser als den Bio-Hühnern. Die meisten genannten Regelungen erfüllen Sie sicher bereits teilweise. Wahrscheinlich haben Ihre Tiere sogar noch mehr Platz im Stall und auf der Auslauffläche und erhalten viel mehr Zuwendung, was auch nicht unterschätzt werden darf. Betriebe mit mehreren hundert Tieren können jedem einzelnen nicht so viel Zuwendung bieten, sodass das Wohl mancher Individuen leicht untergehen kann.
Das was Sie vielleicht noch werden umstellen müssen, ist zum einen die Fütterung und zum anderen die Medikamentengabe.
Bei der Futtermittelbeschaffung müssen Sie also strikt darauf achten, dass es aus biologischem Anbau stammt (siehe detaillierte Prozentangaben unter „Das Futter für BIO-Hühner“). Sofern Sie einen Anteil nicht auf Ihrem Hof anbauen können, ist das auch kein Problem, da das Bio-Futter einfach in einem konventionellen Landhandel gekauft werden kann. Erkundigen Sie sich am besten vor der Anschaffung genau über die Zutaten und deren Herkunft.
Dem Futter können auch problemlos weitere Zutaten wie Fischmehl, Soja, Kartoffeleiweiß, Maiskleber und weitere genehmigte Zutaten hinzugefügt werden, ohne dass Sie den Verlust Ihres Biobauern-Status befürchten müssen.
Auch Medikamente dürfen Bio-Hühner erhalten. Zu beachten ist hierbei nur, dass keine vorbeugende Verabreichung gestattet ist, sondern nur, um sie von Krankheiten und vom Leid zu kurieren.

Wie erhalte ich das BIO-Siegel?

Falls Sie Eier oder das Fleisch Ihrer Hühner vom Hof verkaufen möchten und diese gerne mit dem Bio-Logo deklarieren möchten, ist dies durch einige Schritte möglich. Das ist grundsätzlich auch keine schlechte Idee, da Sie, sofern Sie alle genannten Vorgaben und womöglich noch mehr erfüllen, mithilfe des Siegels einen höheren Preis beim Verkauf ansetzen können. Die Kunden sind dann durch diese Qualitätszertifizierung auch eher bereit diesen Preis zu bezahlen und Sie werden für Ihre Mühe gerecht entlohnt.
Das sechseckige Bio-Siegel, sowie das Euro-Blatt Logo (EU-Bio-Logo) auf dem grünen Hintergrund dürfen Sie zur Kennzeichnung Ihrer Produkte verwenden, sobald Sie durch eine Kontrollstelle gemäß den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau zertifiziert wurden.
Hierfür müssen Sie bei der Informationsstelle das Bio-Siegel anmelden und es muss den grafischen Vorgaben der Öko-Kennzeichenverordnung entsprechen. Auf der Verpackung können Sie dann das EU-Bio-Logo und den dazugehörigen Kontrollstellencode unter Angabe der Herkunft und der Zutaten verwenden. Die Nutzung ist kostenlos. (Bezüglich der Verpackung gibt es keine BIO-Vorgaben.)
Markeninhaber des Bio-Siegels ist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bei welchem Sie genaue Details erfahren können und auf der Internet Checklisten zu den einzelnen Verfahren der biologischen Erzeugung und Verarbeitung, sowie des Handels herunterladen können, die auf dem Weg zum Bio-Siegel hilfreich sind.

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