Fütterung in der Zuchtphase

hilfreiche Tipps & Tricks
Fütterung in der Zuchtphase

Möchten Sie Ihre Hühnerschar jung halten und immer mit frischen Eiern versorgt sein, ohne sich regelmäßig ausgewachsene Jungtiere zukaufen zu müssen, ist eine Züchtung eigener Küken sinnvoll. Für diesen Zweck ist es jedoch relativ einfach die Nachzucht aufzuziehen.
Was hingegen viel Know-How erfordert, ist die Aufzucht von Rassen nach dem Rassestandard. Auch, wenn man die perfekten Elterntiere ausgewählt hat und optimale Bruteier perfekt ausgebrütet hat, können negative Umweltfaktoren die ganze Nachzucht ruinieren.
Denn nicht nur Küken benötigen nach dem Schlupf unter anderem optimale Temperatur- und Lichtverhältnisse und besonders eine optimale Versorgung mit allen Nährstoffen in der perfekten Menge, sondern auch die der Zuchthahn und die Zuchthenne müssen bereits in besten Haltungsbedingungen aufgewachsen sein. Denn die Umweltfaktoren bewirken Veränderungen in dem Körper der Elterntiere, die dann auf weitere Generationen vererbt wird.
In diesem Artikel wollen wir uns besonders der optimalen Fütterung während verschiedener Zuchtphasen widmen und welche Rasse welches Futter benötigt.

Rolle des Futters für die Rassezucht

Die Ernährung stellt einen sehr wichtigen Umweltfaktor dar, der nicht nur bei den Hühnern große Auswirkungen auf den Körper, die Gene, die Leistung und das Wohlbefinden hat. Diese Auswirkungen sind so stark, dass sie auch an die folgenden Generationen vererbt werden. Grundsätzlich ist dies auch ein nützlicher Überlebensmechanismus der Natur, damit die Nachkommen an die Umweltbedingungen besser angepasst sind. Leider werden durch negative Einflüsse und schlechte bis schädliche Nahrung auch entstandene Krankheiten und Missbildungen vererbt.
Jedoch nicht nur der Aspekt der Vererbung macht das Thema Fütterung in der Zucht zu so einem wichtigen Thema. Damit die Tiere in den jeweiligen Zuchtphasen die nötige Leistung erbringen können, muss ihr Körper mit den dafür notwendigen Nährstoffen versorgt werden. Daher unterscheidet sich auch der Futterbedarf innerhalb der verschiedenen Zuchtphasen etwas.
Um zu verstehen, warum sich die Ansprüche an das Futter auch von Rasse zu Rasse unterscheiden, kann man sich zum Vergleich die unterschiedliche Ernährung der Sportler vor Augen führen. Ein Sumoringer, ein Marathonläufer, ein Sprinter und ein Gewichtheber haben andere Ernährungspläne, die darauf zugeschnitten sind, welche Leistung diese erbringen müssen und welche Nährstoffe dafür am meisten verbraucht werden bzw. welche den Körper bei dieser Leistung am besten unterstützen.
Auch die verschiedenen Hühnerrassen haben andere Spezialisierungen, wie zum Beispiel ein besonderes Gefieder, eine hohe Legeleistung, ein erhöhter Bruttrieb, etc. die ihnen angeboren ist bzw. speziell angezüchtet wurde. Mit individueller Ernährung können die besonderen Merkmale gefördert werden.

Das Futter für die Befruchtungsphase

Die richtige Futterzufuhr hat einen positiven Einfluss auf die Spermienproduktion des Hahns. Das Verhältnis von Kalzium und Phosphor im Futter sollte dafür 2:1 betragen. Die richtige Dosis entsprechend der Größe von Mineralien wie Eisen, Magnesium und Mangan garantieren eine gute Befruchtungsrate.
Doch nicht nur für den Hahn ist eine perfekt dosierte Mineralstoffzufuhr wichtig, um gesunde Nachzucht zu erhalten. Der Körper der Henne muss das befruchtete Ei in sich so produzieren, dass es eine optimale Form hat, die Eierschale eine ausreichende Stärke hat und das Eiweiß ein perfektes Verhältnis von Eiweiß zu Eigelb von 2:2 hat.

Ideales Futter für die Brutphase

Der Bruttrieb kann über das Futter gesteuert werden, sofern er nicht weggezüchtet wurde.
Wird zu viel Eiweiß verfüttert, stellt sich der Bruttrieb kaum ein. Außerdem kann das Küken in dem Ei an dem Eiweißüberschuss ersticken, weil es das Zuviel nicht abbauen kann.
Nicht nur kurz vor der Brutphase, sondern auch während dessen ist es gut die Menge Eiweiß im Futter zu reduzieren. Dies hat sowohl für den Bruttrieb als auch auf eine höhere Schlupfrate positive Auswirkungen.
Brütende Hennen benötigen eine abgestimmte Ernährung, damit ihr Körper die Höchstleistung ein perfektes Ei in sich zu bilden und dann zu legen erbringen kann. Fütterungsfehler können das Ei verformen, sodass es zu einer Legenot kommt, woran eine Henne sterben kann, oder die Entwicklung des Kükens Schaden nimmt.
Auf Grünfutter kann in dieser Phase am besten ganz verzichtet werden, um Durchfall zu vermeiden. Durchfall durch Fütterungsfehler ist für die Henne an sich eigentlich nicht sonderlich gefährlich, sondern kann schnell wieder in den Griff gekriegt werden. Es kann aber die Eier verschmutzen und die poröse Kalkschicht des Eis verstopfen, sodass keine gute Feuchtigkeits- und Sauerstoffzirkulation stattfinden kann. Außerdem können Bakterien aus dem Kot in das Innere gelangen und das noch nicht vollentwickelte Küken infizieren.
Da die Hennen sich kaum bewegen, wenn sie brüten, sondern nur kurz zur Futteraufnahme aus dem Nest steigen, reicht in dieser Zeit eine Mischung aus Körnern und guten Mineralien zu verfüttern.
Gleich nachdem die Küken geschlüpft sind, darf nicht versäumt werden den Gewichtsverlust auszugleichen und die Henne mit einem hochwertigen und vielfältigen Futterangebot zu verwöhnen.
Eiweißreiches Kükenaufzuchtsfutter ist nicht nur den Frischgeschlüpften dienlich, sondern auch den Hennen nach der Brutzeit. Außerdem sollte die Dame auch wieder reichlich von einer frischen Wiese naschen, um den Vitaminhaushalt aufzustocken. Brennnessel, Löwenzahn und Scharfgabe werden eine Wohltat für die Hühnermama sein.

Fütterung der Küken und Jungtiere

Im Ei wird das Küken mit den Nährstoffen von dem Eiweiß und dem Eigelb versorgt. Und auch 48 Stunden nach dem Schlupf reicht der Rest des Eis in Form eines Dottersacks aus, um die Kleinen zu versorgen. Kurz bevor die Schale durchbrochen wird, wird der Dottersack durch die Nabelöffnung eingezogen. Ab dem dritten Tag muss man das Jungtier mit Kükenmehl oder Kükenstarterfutter versorgen. In der ersten Woche reicht man pro Küken täglich 8 Gramm dieses Futters in einem 4 cm hohen Futtergeschirr. Ab der zweiten Woche benötigen sie 14 Gramm. Junghühner die ihre achte Lebenswoche erreicht haben, futtern bereits 53 Gramm.

Fütterung entsprechend der Hühnerrasse

Die Bedürfnisse von Legehennen
Da Legerassen und Legehybride für die Eierproduktion und das Eierlegen sehr viel Energie verbrauchen, ist es auch nicht verwunderlich, dass sie eine besonders anspruchsvolle Fütterung brauchen.
Versäumen Sie mal kurz das Huhn mit den richtigen Nährstoffen zu versorgen, können Sie das meist noch kurzfristig wieder ausgleichen. Über einen längeren Zeitraum jedoch, führt es zuerst zu verminderter Legeleistung, dann zu Fehlbildungen der Eierschale und schließlich auch zu Mangelerscheinungen, die wiederum zu verschiedenen Erkrankungen führen.
Wenn Sie noch relativ unerfahren in der Hühnerzucht sind bzw. noch nicht versiert darin das optimale Futter selbst zu mischen, ist es eine sichere Variante ein bereits fertig gemischtes Futter zu kaufen und dann die Ernährung ggf. durch Frischfutter zu ergänzen. Ein ausgewogenes Alleinfutter enthält alle wichtigen Nährstoffe für Hühner, sodass Sie nicht befürchten müssen etwas ausgelassen zu haben. Auch die Verdaulichkeit bei diesem ist gegeben.
Ein gutes Basisfutter sollte ein gutes Verhältnis von Eiweiß und Kohlenhydraten enthalten, sowie essenzielle Fettsäuren und eine ausgewogene Mischung an Mineralstoffen.
Zu dem Basisfutter müssen Sie allerdings stets Kalk (Kalkgrit, oder Muschelkalk) dazugeben, weil der Bedarf an Kalk bei Hühnern stets schwank, je nach Legeleistung, Stoffwechsel und Alter. Bieten Sie diesen in einem separaten Gefäß an, damit das Huhn so viel davon frisst wie viel es tatsächlich braucht. Dies wissen Sie instinktiv, sodass es zu keiner Überfütterung von Kalk kommen kann. In etwa können Sie aber mit 5-10 Gramm Kalk pro Huhn täglich rechnen.

Zweinutzungsrassen richtig füttern
Zweinutzungsrassen sind Haustierrassen, die nicht nur für eine Nutzung, wie zum Beispiel nur das Eierlegen, gezüchtet wurden. Sussex oder Australorps solche Multitalente, da sie einerseits 180-250 Eier pro Jahr legen und andererseits auch einen großen Fleischansatz haben. Für die Hobbyhaltung sind sie sehr gut geeignet, weil nicht nur die Hennen, sondern auch die Hähne gut genutzt werden können. Wenn man diese selbst nachzüchtet, lohnt es sich also die männlichen und die weiblichen Küken aufzuziehen.
Da diese Tiere aber nicht nur Energie für die Eierproduktion brauchen, sondern auch für den Fleischansatz, benötigen sie fast doppelt so viel proteinreiches Futter. Weibliches Zweinutzungsgeflügel braucht zwischen 16 und 19 Prozent Protein im Legefutter und zusätzlich Grünfutter. Die Portion an sich kann sehr üppig ausfallen und auch hier Kalk in einem extra Futtergefäß gereicht werden.
Für die Industriellen Betriebe oder die professionelle Landwirtschaft macht es die Haltung dieser Rassen ineffizient. Bei Hobbyzüchtern mit einer kleinen Hühnerschar fällt das bei den Futterkosten nicht so stark ins Gewicht, sodass die Vorteile überwiegen. Zweinutzungshühner sind im Hinblick auf Tierschutz und Nachhaltigkeit zukunftsweisen.
Küken der Zweinutzungsrassen brauchen auch bereits viel Protein. Nach einigen Wochen erhalten Sie daher Aufzuchtfutter mit 20-23 Prozent Proteingehalt. Nach und nach wird der Proteingehalt dann reduziert. Da Bierhefe sehr proteinreich ist, wird diese den Küken zu dem Aufzuchtfutter gemischt. Nach etwa vier Wochen können sie mit etwas Körnern zugefüttert werden. Nach und nach wird der Körneranteil auf 10-15 Prozent gesteigert und der Fett- und Proteingehalt somit gesenkt.
Das Futter muss stets behutsam umgestellt werden. Über einige Tage hinweg wird dabei neues Futter unter das vorherige gemischt.

Zwerghühner und kleine Rassen
Zwerghühner benötigen ebenfalls Körner zu dem Legefutter, sowie Bierhefe und Kalkgrit. Allerdings verbrauchen sie auf Grund des geringen Körpergewichts deutlich weniger Energie und so muss auch die Portion an sich angepasst werden, um eine Verfettung zu vermeiden. Diese führt ansonsten zu Problemen bei der Befruchtung und dem Eierlegen.
Bei dem Basisfutter sind es etwa 80-100 Gramm pro Huhn pro Tag. Das Ergänzungsfutter muss man nach Bedarf, also Lebensphase, Jahreszeit usw. anpassen.

Masthähnchen und Fleischrassen
Sowohl männliche als auch weibliche Hühner lassen sich mästen, um einen ausgeprägten Fleischansatz zu entwickeln. Vor allem Junghühner dieser Rassen wachsen besonders schnell und müssen mit proteinreichem Futter und damit Energie versorgt werden. Da die Hühner jedoch nicht verfetten sollen, wird nach und nach der Fett- und Proteingehalt reduziert und stattdessen mehr Körner in das Futter gegeben.
Ein hochwertiges Mastfutter besteht aus etwa 20 Prozent Eiweiß mit geringem Fettgehalt. Diese Proteine sollten gut biologisch verfügbar sein, also gut von dem Hühnerkörper umgewandelt werden können.

Kampfrassen
Früher wurden für den Hahnenkampf die Hühner so gekreuzt und gezüchtet, dass sie siegreich aus einem Kampf gegen einen anderen Hahn hervorgehen. Dafür sind eine hohe Ausdauer, Stärke und Kraft notwendig. Diese Rassen verfügen entsprechend über diese Eigenschaften. Sie sind mit einer starken Brustmuskulatur und langen, kräftigen Schenkel und einem guten Ansatz von Muskelfleisch ausgestattet.
Später haben Züchter diese Eigenschaften aufgegriffen und die alten Kampfrassen mit Fleischrassen gekreuzt.
Sowohl die reinrassigen Kampfhähne als auch die Kreuzungen werden mit einer Mischung aus gewöhnlichem Legefutter, Körner und vielen Proteinen gefüttert, die für die ausgeprägte Muskelmasse nötig sind.

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