Hühner kaufen

alles was Sie wissen müssen
Neuanschaffung oder erweitern der Hühnerschar

Sie wollen sich endlich eigene Hühner zulegen, oder Ihre Hühnerschar erweitern? Dann gilt es im Vorfeld einige wichtige Fragen zu klären, wie zum Beispiel wie viel Platz Ihnen für die Hühnerhaltung zur Verfügung steht und wie viele Hühner Sie dort unterbringen können. Auch die Rasse bringt viel mehr Unterschiede mit sich als nur die Optik. Von ihr hängt unter anderem auch die Legeleistung und das Gemüt ab, sowie, ob diese im Winter schneller frieren, für welche Erkrankungen sie anfälliger sind usw.
Die Neuzugänge müssen dem Einsatzzweck und den Haltungsbedingungen entsprechen.
Erfahren Sie nachfolgend, welche Punkte genau vor dem Kauf geklärt und beachtet werden müssen.

Wann kauft man Hühner?

Es macht einen Unterschied, wann die Hühner gekauft werden.

Grundsätzlich natürlich erst, wenn Sie die Vorbereitungen abgeschlossen haben, wie zum Beispiel Stallbau und Kauf von Zubehör, Futtermittel, Einstreu etc. Die Hühner sollen sich schließlich in ein gemachtes Nest setzen können. (Keine Sorge, falls die Hühner nicht gleich die Nester, Sitzstangen, oder die Sandbank annehmen, die Sie für sie vorgesehen haben. Sie haben eigene Charaktere und Vorlieben und sollten sich nach kurzer Zeit selbst einen Lieblingsplatz ausgesucht haben. Ansonsten kann auch problemlos noch nachträglich etwas umgebaut oder ergänzt werden.)

Es spielt allerdings auch die Jahreszeit eine wichtige Rolle bei dem Kauf der Hühner.
Besonders, wenn Sie noch ein unerfahrener Hühnerhalter sich, gestaltet es sich einfacher den Zeitpunkt etwa auf spätes Frühjahr bis Sommeranfang zu legen.

Der Grund dafür ist, dass der Transport und Umzug, sowie die Futterumstellung Stress für das Geflügel bedeuten. Sowohl Frost als auch Hitze würden eine zusätzliche Belastung darstellen. Insbesondere Hühner von großen Zuchtfarmen kannten bisher nur das Leben im Stall und können sich bei angenehmen Temperaturen und grünen Wiesen schneller an ein Leben im Freiland gewöhnen.
Wenn es sich um Ihre ersten Hühner handelt, können Sie auch Ihr neues Dasein als Hühnerhalter ebenfalls zu dieser Jahreszeit mehr auskosten und sich eingewöhnen.

Ab dem Spätherbst und im Winter wird die Schwierigkeitsstufe für die Hühnerhaltung schon etwas höher. Deshalb ist es besser, wenn Ihnen die wichtigsten Kniffe bis dahin bereits leicht von der Hand gehen (wie z.B. die Stallreinigung). Da zu der kalten Jahreszeit kein Futter mehr draußen zu holen ist (wie Fallobst), müssen Sie Ihren Stallbewohnern spezielle reichhaltige und ausgewogene Ernährung zusammenstellen können.

Auch der Stall sollte für den Winter und gegen die kalten Temperaturen aufgerüstet werden.

Da Hennen im Winter ihre Energie auf die Kälteregulierung konzentrieren, werden Sie auch bei bester Isolierung und einer angebrachten Wärmequelle nur wenig Energie in das Eierlegen investieren. Bei einem Kauf der Hennen ab dem Spätherbst, können Sie somit damit rechnen, erst im nächsten Frühling Ihren Eierbedarf vollständig mit hausgemachten Eiern abdecken zu können.

Welche Hühner kaufen und wie viele?

Wie bereits in der Einführung erwähnt, ist die Rasse ein wichtiger Punkt, welcher bei dem Kauf bedacht werden sollte, da die Rasse viele Merkmale mit sich bringt.


Kapazität

Als erstes ist es jedoch ausschlaggebend zu klären, welche Kapazität Sie eigentlich für die Hühnerhaltung zur Verfügung haben. Für artgerechte Haltungsbedingungen müssen die Hennen ausreichend Platz im Stall haben (aber nicht zu viel, da sie sonst im Winter schneller frieren) und umso mehr Platz zum Auslauf haben.

Sofern Sie sich durchschnittlich große Hühner zulegen, benötigen drei von ihnen etwa einen Quadratmeter im Stall und etwa 10-12 Quadratmeter Freilauffläche pro Huhn.

Wenn Sie Zwerghühner bevorzugen (z.B. Zwerg-Welsumer, Zwerg-Wyandotten) finden auf einem Quadratmeter Fläche im Stall auch 5 von ihnen Platz, ohne sich auf die Pelle zu rücken. Im Auslauf genügen ihnen 8-10 Quadratmeter.

Von dem zur Verfügung stehenden Platz und der Wahl der Rasse hängt also auch ab, wie viele Hühner Sie sich anschaffen können. Sie können sich aber auch gut und gerne zu Beginn nur zwei bis vier Hennen kaufen, um nicht direkt mit einer größeren Hühnerschar überfordert zu sein und den Bestand dann von Jahr zu Jahr vergrößern, bis die Kapazität ausgelastet ist.


Einsatzzweck Eierproduktion

Dient die Hennenhaltung primär der Eierproduktion, um den Bedarf Ihrer Familie mit Eiern von den eigenen Hühnern abzudecken, spielt sowohl die Anzahl als auch die Rasse eine wichtige Rolle (und natürlich wie viele Eier Ihre Familie durchschnittlich verspeist).

Da Hennen keine Maschinen sind, ist es ganz natürlich, dass sie nicht pünktlich eine bestimmte Menge Eier produzieren, sondern auch mal Pause machen. Besonders bei niedrigeren Temperaturen stecken Sie die Energie in die Kälteregulierung anstatt in das Legen von Eiern.

Zum Eierlegen sind Hybridhühner, so genannte Legehennen (z.B. das bekannte braun-weiße Huhn) oder Rassehühner am besten geeignet. Diese legen pro Jahr im Durchschnitt etwa 280-300 Eier. Wenn man dies umrechnet und die Wintermonate außer Acht lässt, wären das durchschnittlich 24 Eier im Monat.

Auch bei den Zwerghühnern gibt es legefreudige Rassen, wie die Zwerg-Welsumer, die beinahe mit der Legeleistung der größeren Rassen mithalten können.

Was für die Rassehühner (z.B. Vorwerk, Deutsches Lachshuhn, Mechelner) im Gegensatz zu den Hybridhühnern spricht ist, dass Sie trotz geringerer Legeleistung (ca. 180-220 Eier pro Jahr) diese über mehrere Jahre hinweg aufrechterhalten können. Da die Legehennen solch eine Turbogeschwindigkeit bei der Eierproduktion zu Tage legen, können sie diese nur etwa eineinhalb Jahre aufrechterhalten und hören dann abrupt auf.

Mit diesem Richtwert und Ihrem Bedarf vor Augen, können Sie gut einschätzen mit wie vielen Hennen Sie zufrieden wären und welche Rasse Sie sich anschaffen wollen.


Einsatzzweck Züchtung

Der Titel „Hühnerhalter“ genügt Ihnen nicht und Sie möchten sich selbst zum „Hühnerzüchter“ befördern? Das ist mit Kükenfreuden verbunden, aber auch mit viel Verantwortung. Nehmen Sie im vornherein schlauerweise Kontakt zum örtlichen Geflügelzuchtverein auf, damit Ihnen keine wichtigen Informationen entgehen.

Im Gegensatz zum reinen Wunsch Eier von den Hennen zu erhalten, benötigen Sie für die befruchtete Version einen Hahn für Ihre Hennen.

Alles was Sie über den Hahn wissen müssen finden Sie in unserem Artikel „Der Hahn – notwendig oder belastend im Stall?“.

Da die meisten Hennenrassen zum Eierlegen anstatt zum Brüten gezüchtet wurden, brüten diese ihre Eier inzwischen nur an und verlassen sie dann. Damit die Küken überleben können, müssen Sie für diesen Zweck also entweder einen Brutapparat besorgen, oder eine Henne parat haben, die auf den Bruttrieb spezialisiert ist (z.B. ein Brahma-Huhn). Diese brütet nicht nur liebend gerne ihre eigenen Eier aus, sondern auch die, der anderen Hennen. Etwa 12-20 Stück kann sie auf einmal ausbrüten.


Hühnerrassen für Anfänger

Wenn Sie noch neu in der Hühnerhalter-Branche sind und viel Wert darauf legen es nicht gleich zu Beginn mit anspruchsvollem Geflügel zu tun haben zu müssen, werden Sie sicher mit einer dieser pflegeleichten Rassen Ihr Glück finden.

  1. Barnevelder – Extra Tipp für die Freilandhaltung als Anfänger, da das Huhn nicht fliegt.
  2. CochinAuch – Fliegen ebenfalls nicht.
  3. Araucana – Haben sehr geringe Ansprüche.
  4. Plymouth Rocks – Sind zutraulich und zäh.
  5. Orpington – Sind zutraulich und haben wenige Ansprüche.
  6. Sundheimer – Sie gewöhnen sich schnell an ihren Halter.
  7. Vorwerkhuhn – Haben ein ruhiges Gemüt.
  8. New Hampshire – Sind zutraulich und gelassen.

Einsatzzweck Haustier für Kinder
Wenn Sie Ihren Kindern Freude machen und die Natur näherbringen wollen, eigenen sich manche Zwerghühnerrassen hervorragen dafür. Eine bunte Hühnerschar aus Zwerg-Seidenhühnern, Chabo und Zwerg-Araucana macht sich nicht nur hübsch, sondern wird die Kinder auch durch ihre Merkmale (zutraulich, gelassen und pflegeleicht) begeistern.

Wo kauft man Hühner?

Die beliebtesten Orte, an denen Hühner erworben werden können, sind Kleintier- und Geflügelmärkte, private Züchter und private Hühnerhalter.

Im Internet finden Sie entsprechende Märkte in Ihrer Nähe, die Kontaktdaten eines örtlichen Geflügelzuchtvereins, oder Inserate (auch in Zeitungen). Fragen Sie doch auch mal bei dem Bauern in der Nähe nach, ob er Ihnen ein paar Hühner verkaufen möchte.

Unabhängig davon für welche Anlaufstelle Sie sich entscheiden ist es immer vom Vorteil jemanden mitzunehmen, der sich bereits mit Hühnern auskennt und weiß, worauf man achten muss. Auch ist es wichtig zu erkennen unter welchen Haltungsbedingungen das Huhn bisher gehalten wurde. Diese lassen nämlich darauf schließen, ob Sie mit bestimmten Krankheiten rechnen müssen.

Gesundheitscheck
Den Gesundheitszustand des Huhns vor dem Kauf festzustellen ist sehr wichtig. Bei manchen Erkrankungen sollten Sie gleich die Finger von dem Kauf lassen. Wenn zum Beispiel eine hohe Ansteckungsgefahr für Sie oder andere Tiere (falls Sie bereits welche besitzen) besteht.

Sehen Sie genau unter den Flügeln nach, ob Sie Parasiten wie Läuse, Federlinge oder Milben entdecken können. Auch die Kloake muss inspiziert werden. Das Verhalten ist ebenfalls ein wichtiger Indikator für Krankheit. Wenn das Tier teilnahmslos und niedergeschlagen wirkt, fühlt es sich wahrscheinlich unwohl.

Ein gesundes Huhn hat ein ordentliches Gefieder, klare Augen, einen roten Kamm, sowie ein lebhaftes Wesen.

Überstürzen Sie die Anschaffung nicht, sondern sehen Sie sich zuerst verschiedene Händler an, um etwas Erfahrung zu sammeln und einen Vergleich zu haben welcher Händler vertrauenswürdig ist und gesunde Hühner hat.

Es ist auch kein Problem, wenn Sie die Hennen nicht alle bei demselben Züchter oder Händler kaufen, da sich auch zusammengewürfelte Tiere nach ein paar Tagen Eingewöhnung zusammenraufen. Dafür müssen sie nur die Hackordnung festlegen. Mach Sie sich also keine Sorgen. Es ist ganz natürlich, dass es zuerst einen aufregenden Kampf, um die Stellung gibt.

Hühnereier ausbrüten
Es ist auch eine Alternative sich anstelle eines ausgewachsenen Huhns ein befruchtetes Ei zu kaufen, bzw. zu bestellen und dieses dann in einem Brutapparat auszubrüten. Dies erfordert jedoch etwas Geschick und ein paar Monate Geduld.

So viel kostet ein Huhn

Je nachdem welche Rasse Sie sich wünschen und wie alt das Huhn ist variiert der Preis, somit dienen die nachfolgenden Angaben nur als ungefähre Richtwerte.

  • Legehybriden: ca. 8-10 €
  • Zwerghennen: ca. 12-15€
  • Rassehühner vom Züchter: ca. 20-30€

Auch wenn Hähne etwas Besonderes in einer Hühnerschar sind, sind sie sehr günstig. Männliche Küken kriegen Sie meist sogar kostenlos. Bei viel Glück können Sie somit einen ausgewachsenen Hahn sogar ebenfalls kostenlos zu einer Schar Hennen erhalten.

Transport von Hühnern nach dem Kauf

Der Transport ist immer ein Stressfaktor für die Tiere, welcher zu minimieren gilt.
Halten Sie die Fahrtzeit so kurz wie möglich. Am besten kaufen Sie die Hühner daher bei einem regionalen Anbieter.
Sorgen Sie für Ruhe und Dunkelheit, indem Sie jedes Huhn gesondert in einen Käfig setzen und dieses mit einem verdunkelnden Tuch abdecken, aber so, dass das Huhn noch genug Luft bekommt.
Auch Kartons mit Luftlöchern sind gut geeignet.

Bürgerliche Pflichten

Nach Kauf eines Huhns (ja, auch wenn Sie sich nur eins zulegen), ist dieses schnellstmöglich beim zuständigen Veterinäramt und der Tierseuchenkassen zu registrieren. Sie haben Meldepflicht für Ihre Tiere.
Dort erfahren Sie meist auch, welche verpflichtenden Impfungen das Tier erhalten muss.

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