Hühner versenden

Worauf muss geachtet werden

Versand von Hühnern – Infos für Sender und Empfänger

Die Onlineshoppingportale sind auf dem Vormarsch und das aus dem einfachen Grund, dass es unglaublich bequem ist und man problemlos und schnell den ersehnten Kauf vor die Tür geliefert bekommt.
Tatsächlich ist es auch längst keine Ausnahme, dass ungiftige Tiere ebenfalls einfach versendet werden können. Wenn Sie eine begehrte Hühnerrasse entdeckt haben, die jedoch am anderen Ende des Landes abgeholt werden müsste, können Sie sich durch den Versand sowohl Fahrtkosten als auch Zeit sparen. Gleiches gilt für Ihren Kunden, falls Sie ein Huhn aus Ihrem Bestand verkaufen möchten.
Es stellt sich nur die wichtige Frage, wie dies korrekt abgewickelt wird, sodass der Versand den tierschutzrechtlichen Bestimmungen entspricht und es dem Wohlergehen des Tieres nicht schadet.
Im Folgenden erfahren Sie wer für den Transport von Hühnern beauftrag werden kann, sowie alle Voraussetzungen, die für den Versand von Hühnern befolgt werden müssen, ob Sie nun der Versender oder der Empfänger sind.

Wer kann für den Transport von Hühnern beauftragt werden?

Früher konnten Tiere per Post versendet werden, da der Tierschutz damals noch keine große Rolle gespielt hat. Da diese Art des Versands auf Sachgegenstände ausgelegt ist, konnten die Paketboden nicht das Wohlergehen des Tieres gewährleisten. Dies hat sich glücklicherweise inzwischen geändert, sodass Tiere nur von Unternehmen transportiert werden können, die entsprechende Genehmigungen von einer Zulassungsbehörde zugeteilt bekommen haben. Um diese zu erhalten, müssen sie ihre fachliche Kompetenz nachweisen, dass sie lebende artgerecht Tiere transportieren können. Lassen Sie sich diese Genehmigung vorzeigen, bevor sie ein Unternehmen beauftragen, um sicher zu gehen, dass Ihr Tier unbeschadet ankommt.
Manche Firmen stellen Behältnisse für den Versand bereit. Gehen Sie sicher, dass diese für den Hühnerversandt geeignet sind. Hierfür gibt es bestimmte Vorgaben des Gesetzgebers (Mehr dazu später).
Neben Kurieren mit der Möglichkeit auf Expressversand upzugraden, gibt es auch Logistiker, Transporteure und Mitfahrgelegenheiten, die Sie beauftragen können.

Tierkuriere für den Hühnerversand

Ausgewiesene Tiertransportunternehmen beziehungsweise Tierkuriere sind spezialisiert darauf lebende Tiere zu befördern und können deshalb viel Erfahrung vorweisen, was beachtet werden muss, um es dem Huhn möglichst Stress zu ersparen.
Der große Vorteil von professionellen Tiertransporteuren ist, dass Sie diesen nicht nur auf Vertrauensbasis zu engagieren brauchen, sondern sich Gewiss sein können, dass diese staatlich geprüft sind und Ihr Fachwissen gegenüber einer Zulassungsbehörde unter Beweis stellen mussten. Erst wenn sie diese tierschutzrechtlichen EU-Verordnungen befolgen, erhalten sie die entsprechende Genehmigung.
Trotzdem lohnt es sich die verschiedenen Angebote der Anbieter zu vergleichen. Versuchen Sie mehr Details über die Transportart, die Lieferzeit, die Lagerung, Abholung und Zustellung, sowie die Behandlung der Tiere bei Komplikationen herauszufinden. Hier wird sich die Spreu vom Weizen trennen.
Der betriebene Aufwand wird sich im Preis niederschlagen, jedoch hängt dieser auch von dem Transportweg in Kilometern, dem Gewicht des Huhns, sowie der Größe der Transportbox ab. Fragen Sie am besten mindestens 3 Anbieter an, um den Kurier mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis ausfindig zu machen. Bei der Internetsuche werden Sie sicher mit Schlagwörtern wie Tierversand, Tiertransportunternehmen, oder Tierkurier fündig.
Es dauert meist etwa 24 Stunden von der Abholung des Huhns, bis zur Ablieferung dessen über Nacht beim neuen Besitzer. Die Fahrt wird meist nur an bestimmten Tagen angeboten.
Die meisten Kuriere stellen entweder kostenlos oder gegen Aufpreis eine Versandbox bereit. Falls Sie diese Option nutzen möchten, sollten Sie unbedingt die Gegebenheiten der Box überprüfen und ob diese für Ihr Huhn optimal sind.

Mitfahrgelegenheit für Hühner

Ähnlich der Mitfahrzentrale für Menschen, funktioniert auch die Tiermitfahrzentrale.
Hierbei gibt man das Tier jemandem mit, der diesen Fahrtweg sowieso zu diesem Zeitpunkt gefahren wäre. Die Person findet man meist über eine Anzeige im entsprechenden Internetportal. Man kann auch bei bekannten Mitfahrzentralen-Portalen und -Apps für Menschen, die Personen anschreiben, ob sie auch bereit wären eine Tierbox mitzunehmen.

Vorteile

  • Da es kaum vorkommt, dass der private Fahrer keine Direktfahrt anstrebt, ist die Fahrtzeit für das Tier entsprechend auch kürzer als bei einem Transportunternehmen, welches auf dem Weg mehrere Stopps abklappern muss.
  • Auch ist es unwahrscheinlich, dass die Box zwischen anderen Paketen herumschwappt.
  • Die Versandkosten bei dieser Art sind viel günstiger als bei einem professionellen Tierkurier.

Nachteile

  • Bei abgelegenen ländlichen Adressen erscheint es manchmal jedoch wie ein Wunder jemanden zu finden, der genau zu dieser Zeit, die Empfänger- und Versender-Standorte anfährt.
  • Ein weiterer Nachteil bei dieser Methode ist, dass es sich meist um Gelegenheitsfahrer handelt, die unerfahren mit dem Tiertransport sowie mit dem Umgang mit Hühnern sind.
  • Wenn der Fahrer gerne wilde Kurven fährt und laut mit der Musik mitgrölt, kann das Tier trotz eines kürzeren Transportweges sehr gestresst ankommen.

Falls Sie sich für die Tiermitfahrzentrale entscheiden, sollten Sie sich mit der Person davor ausführlich unterhalten, um sicherzugehen, dass diese behutsam fahren wird. Geben Sie ihm / ihr auch Hinweise auf den Weg, wie es mit dem Tier während der Fahrt umzugehen hat und bleiben Sie für Rückfragen telefonisch erreichbar.

Bruteiern per Post versenden

Auch wenn keine Tiere mehr per Post versendet werden dürfen, sieht es bei Bruteiern noch anders aus. Diese können Sie noch auf dem normalen Postweg bzw. durch einen Paketversender versenden bzw. empfangen.
Die Verpackung muss dafür sehr gut gepolstert sein und deutlich als „zerbrechliche Fracht“ gekennzeichnet werden.
Bei dem Versand von Bruteiern können Sie sich also hohe Kosten ersparen.
Allerdings kann man trotz der „Fragile Fracht“ -Kennzeichnung nicht ausschließen, dass das Päckchen auf dem Weg trotzdem viele Erschütterungen abbekommt.
Die Schlupfrate ist nach einem Postversand deshalb sehr gering. Um das wieder etwas auszugleichen, lässt man die Eier nach dem Versand am besten zwei Tage ruhen, bevor sich entweder eine Henne oder der Brutapparat ans Ausbrüten macht. So lässt sich die Schlupfrate wieder erhöhen.

Optimale Zeit für den Hühnerversand

Der Zeitpunkt des Versands ist ein wichtiger Faktor, welcher beachtet werden muss, damit das Huhn unbeschadet ankommt.

Temperatur beim Transport
Frostige Minusgrade sowie große Hitze stellen eine unheimliche Belastung für Hühner dar. Auch in ihrer gewohnten Umgebung haben sie damit zu kämpfen diese extremen Temperaturen auszugleichen. Wenn sie unfreiwillig auf Reisen gehen müssen, machen ihnen sehr tiefe und hohe Temperaturen noch viel mehr zu schaffen und lösen großen Stress aus.

Der tiefste Winter, sowie der heiße Sommer bieten also absolut schlechte Wetterverhältnisse für einen Transport. Dieser kommt nur in Frage bei Temperaturen von mindestens 0 Grad und maximal 28 Grad. Kleineren bzw. schwächeren Tieren sollte sogar besser erst bei milderen Temperaturen ab ca. 10 Grad ein Transport zugemutet werden.

So wie Küken, welche außerdem mindestens zu zehnt versendet werden dürfen, damit sie sich gegenseitig warmhalten können.
Transportunternehmen, deren Fahrzeuge mit Klima und Standheizung ausgestattet sind, bieten jedoch zu jeder Jahreszeit und Außentemperatur Lieferungen an.

Uhrzeit für den Hühnertransport
Am entspanntesten ist es für Hennen über Nacht gefahren zu werden. Der Vorteil ist dabei ist, dass sie in dieser Zeit schlafen können und die Fahrt kaum mitbekommen und außerdem kein Bedürfnis zu Essen oder zu Trinken haben. (Dennoch sollte es ihnen zur Verfügung stehen.)

Dauer des Hühnertransports
Optimal ist es, wenn die Hühner nicht länger als 18 Stunden in der Transportbox verweilen müssen. Es hängt natürlich von der Entfernung und der Lage des Zieles ab – zentrale Ortschaften werden früher angefahren als ländliche. Durchschnittlich brauchen Tierkuriere 24 Stunden, da sie viele Stopps anpeilen, um ihre Fahr so lukrativ wie möglich zu machen. Wenn Sie jedoch eine Firma finden, die ein angemessenes Preis-Leistung-Verhältnis bietet und die Dauer des Transports kürzer hält als andere, lohnt es sich für das Wohl des Tieres definitiv dieses Unternehmen bevorzugt zu engagieren.

Die richtige Transportkiste

Ob Sie nun die Option nutzen möchten, eine vom Versandunternehmen bereitgestellte Versandbox zu nutzen, oder selbst eine besorgen, müssen diese aus Tierschutzgründen bestimmten Kriterien entsprechen.


Weniger Stress durch Gewöhnung

Ein großer Vorteil dabei selbst eine Kiste zu besorgen ist, dass Sie das Huhn bereits vor dem Transport an die Kiste gewöhnen können. Dabei setzen Sie es ein paar Mal vor dem Transport in einer gewohnten Umgebung in den Karton und geben dem Tier die Gelegenheit sich mit dieser Situation anzufreunden. Steht dann der tatsächliche Transport an, kann das Huhn die Box als einen gewohnten Zufluchtsort betrachten, an dem es sich geschützt fühlt und ist dann weniger gestresst.

Das Huhn sollte jedoch nicht bereits vor der Abholung im Karton verweilen, sondern noch genügend Auslauf bekommen. Kontaktieren Sie ggf. den Transporteur bzgl. der exakten Abholzeit und setzen das Huhn dann erst endgültig in die Box, kurz bevor der Fahrer da ist.


Richtige Größe der Versandbox

In eine große Geflügel-Transportkiste passen 1-2 Hühner. Wobei es für ein Huhn immer angenehmer ist eine Box für sich allein zu haben. Falls die Tiere auf dem Weg doch gestresst werden sollten, kann so auch das Risiko vermieden werden, dass sie sich gegenseitig picken und verletzen. Auch kann es bei Erschütterungen während der Fahrt unter das andere Huhn geraten und ersticken.

Bei einer großen Transportkiste kann man dem auch entgegenwirken, indem für jedes Huhn eine feste Abtrennung eingerichtet wird, sodass sie jeweils ein eigenes Abteil haben.
Achten Sie bei der Höhe darauf, dass sich das Tier vollständig aufrichten kann. Kann die Henne das nicht, quält es das unnötig und ist deshalb auch verboten.


Kriterien einer optimalen Hühner-Transportkiste

Je nach Anlass des Versands kommt eine andere Box-Variante in Frage. Wenn Sie Ihr Huhn verkaufen und es an den neuen Halter versenden möchten, können Sie es sich sparen eine teure Transportbox mitzusenden, sondern können das Huhn auch problemlos in einem Karton reisen lassen, sofern dieser die passende Maße hat und genug Löcher für Belüftung und Frischluft hat.
Wenn Sie das Huhn aber zu einer Ausstellung fahren, oder die Hühner selbst abholen, lohnt es sich in eine spezielle Geflügel-Transportkiste zu investieren.

Eine gute Transportkiste erfüllt dabei folgende Kriterien:

  • Die Länge, Breite als auch die Höhe der Transportkiste passt zu der Größe des Huhns, sodass es problemlos aufrecht stehen und sich die Beine vertreten kann.
  • Die Box lässt sich problemlos und schnell öffnen, sodass das Huhn schnell hineingesetzt und herausgeholt werden kann.
  • Die Kiste muss stabil / robust sein, sodass es gestresste Hühner, die ggf. herumflattern und sich gegen die Wände schmeissen aushält (besonders an Kunststoffkisten etwas rütteln, um sie vor dem Kauf zu testen).
  • Gute Verarbeitung der Box bedeutet z.B. auch, dass sich das Tier darin nicht durch spitze oder scharfe Kanten verletzen kann.
  • Optimalerweise ein durchgängiger / geschlossener Boden, damit die Boxen auch gestapelt werden können und die Tiere sich weder gegenseitig auf den Kopf koten noch das Auto vollsauen.

DIY Hühnertransportbox

Mit etwas Geschick können Sie eine artgerecht Hühnertransportbox selbst herstellen.
Sie benötigen dafür einen herkömmlichen Umzugskarton, die gewöhnlich genug Platz für ein Huhn bieten und wegen ihres ursprünglichen Zweckes stabil genug sind.
In den Karton werden dann an der oberen Kante einige Löcher hineingeschnitten (etwa münzgroß und mindestens 3 pro Seite). Dieser Schritt ist ausgesprochen wichtig, da das Huhn ansonsten ohne Sauerstoffzufuhr erstickt!
Wenn Sie dem Huhn eine bessere Belüftung bieten und etwas mehr Aufwand auf sich nehmen möchten, können Sie auch größere Löcher hineinschneiden und diese mit stabilem Draht abriegeln. Übertreiben Sie es jedoch nicht mit den Löchern, sodass der Karton trotzdem noch stabil genug bleibt.
Manche Kartons haben am Boden in der Mitte einen Schlitz, welcher optimalerweise abgeklebt wird, damit das Huhn nicht mit seinem Bein dort steckenbleiben kann.
Von außen wird der Karton dann noch mit Paketklebeband extra stabilisiert und abgesichert.
Befüllen Sie die Box, wie unter dem Punkt „Transportbox befüllen“ weiter unten beschrieben.
Setzen Sie das Huhn hinein und binden Sie ein Seil um den Karton, damit das Huhn den Deckel nicht von allein öffnen kann.
Schreiben Sie deutlich sichtbar (am besten mit einem dicken, roten Filzstift) „Achtung! Lebende Tiere. Bitte nicht werfen!“ darauf. Ggf. auch auf einen extra Zettel, welchen Sie aufkleben. Hauptsache die Botschaft sticht ins Auge.
(Diese Option ist nur für Hühner, jedoch nicht für Gänse oder Enten geeignet, da diese im Gegensatz zum Huhn feuchtes Kot haben und die Kiste aufweichen und durchbrechen würde.)

Alternativen für kurze Transportwege

Bei einem Spontankauf bei einem örtlichen Bauern oder Händler, kann es schonmal passieren, dass Sie keine optimale Transportbox zur Hand haben. Sofern der Transportweg wirklich nur kurz ist, können Sie auch auf Alternativen ausweichen. Sie können zum Beispiel eine Katzen- oder Kaninchentransportbox verwenden, einen Wäschekorb, Flechtkorb, eine Wein- oder Apfelkiste. Bei den letzteren Beispielen müssen Sie eine sichere Abdeckung finden und diese mit einem Draht oder einer festen Schnur befestigen.

Transportbox befüllen

Ein wichtiger Schritt, welcher nicht vernachlässigt werden darf, egal ob sie eine professionelle, selbstgebastelte oder improvisierte Transportkiste verwenden, ist die Box richtig zu befüllen, bevor Sie das Huhn hineinsetzen.

  • Zuerst muss der Boden großzügig mit Stroh oder Holzspänen ausgelegt werden, sodass es für die Henne weich und gemütlich ist.
  • Dem Huhn muss ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung gestellt werden. Entweder kann eine passende Tränke hineingestellt werden, besser ist es jedoch viel wasserhaltiges Obst und Gemüse (Äpfel, Gurken, etc.) hineinzulegen. Das Wasser aus normalen Tränken kann leicht verschüttet werden. Bei einem Karton kann es dazu führen, dass die Verpackung aufweicht und durchbricht. Außerdem weigern sich gestresste Hühner oft zu trinken und picken lieber die Flüssigkeit.
  • Streuen Sie reichlich Futter auf den Boden. Falls der Empfänger das Huhn nicht entgegennimmt und es zurückgeschickt wird, kann es passieren, dass es bis zu 48 Stunden unterwegs ist. Auch für diesen Fall muss das Futter und die Flüssigkeit ausreichen. Das Suchen nach Futter in der Einstreu der Box kann das Huhn außerdem ablenken und den Stress reduzieren.

Nach dem Transport

Hat das Huhn den Transport hinter sich, sollte man ihm erstmal Zeit lassen sich zu erholen, es in den Stall setzten und ihm ausreichend Futter und Wasser vorsetzen.
Handelt es sich bei dem Ankunftsort um eine neue Umgebung, ist es ganz normal, dass es einige Tage braucht sich einzugewöhnen und währenddessen erstmal wenig frisst.
Hühner sind allerdings lebhafte Tiere und sollten anschließend mit seiner neuen gefiederten Familie picken, flattern und herumrennen. Dann wissen Sie, dass der Transport geglückt ist und sich der Aufwand der Vorkehrungen gelohnt hat.

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