Das richtige Hühnerfutter

Die Grundlage für gesunde Hühnerhaltung
Hühnerfutter – die Grundlagen

Laut der Tierschutznutztierverordnung (umgangssprachlich auch Legehennenverordnung) ist sicherzustellen, dass „alle Tiere täglich entsprechend ihrem Bedarf mit Futter und Wasser in ausreichender Menge und Qualität versorgt sind“. So weit so gut, nur sagt es leider nicht allzu viel aus und lässt die meisten Fragen unbeantwortet.
Welche Menge an Wasser und Futter brauchen die Hühner? Dass sie nicht hungern sollen, ist klar, jedoch will man sie auch nicht unnötig mästen und fett werden lassen.
Welches Futter ist von guter Qualität und welches brauchen sie in ihren verschiedenen Lebensphasen, um gesund und glücklich zu sein? Ob im Normalzustand, bei Krankheit, im Wachstum oder im Winter…als fürsorglicher Hühnerhalter will man seinen Schützlingen ja stets das Beste bieten.
All die Fragen, die Sie sich zum Thema Hühnerfutter stellen und auf die Sie bisher vielleicht noch gar nicht gekommen sind, beantworten wir Ihnen ausführlich.

Bestandteile des Hühnerfutters

Um einem Huhn die optimale Ernährung bieten zu können, kann man diesem nicht einfach täglich das ganze Jahr über einen gekauften Fertigmix vorsetzen. Wie bei uns Menschen würde sich die einseitige Ernährung in der Gesundheit widerspiegeln und verschiedene Mangelerscheinungen nach sich ziehen. Also, was fressen Hühner eigentlich?
Nährstoffe bestehen aus etwa fünfzig verschiedenen chemischen Verbindungen und Elementen. Deshalb muss das natürliche Hühnerfutter auch aus einer großen Vielfalt bestehen, um den Bedarf zu decken. Das natürliche Ernährungsverhalten in der freien Wildbahn ermöglicht es den Tieren durch das Umherstreifen, Scharren und Picken alles aufzunehmen was sie benötigen.
Das Futter in Ihrer Obhut muss deshalb der Lebensphase des Huhns, der Jahreszeit und Haltungsform entsprechen und aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzt sein.

Das Basisfutter
Die Basis bildet ein hochwertiges Hühnerfutter, welches alle wichtigen Inhaltsstoffe enthält, die ein Huhn benötigt.
Das Grundnahrungsmittel der Hühner ist Getreide, wie Weizen, Gerste und Mais als Lieferant für Kohlenhydrate, versetzt mit vielfältigen Inhaltssoffen. (Geben Sie Mais nur in geschroteter oder gequetschter Form ins Futter.)

Das Ergänzungsfutter
Wenn Sie das Basisfutter in Form von Pellets oder einer Legemehlmischung darreichen, ist es als nächstes wichtig, den natürlichen Pick- und Scharrtrieb der Hühner durch zusätzliche Körnergabe zu befriedigen. Die Körnermischung wird als nächstes mit Muschelgrit versetzt. An dieser Stelle ist das Futter bereits „naturgemäß“.

Eine wertvolle Ergänzung zu dem Basisfutter ist das Frischfutter. Obst und Gemüse bringt nicht nur Abwechslung auf den Speiseplan und lässt den Hühnern das Wasser im Schnabel zusammenlaufen, sondern versorgt sie auch mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Vor allem im Sommer picken Hühner gerne Feucht- und Weichfutter, für eine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr und Erfrischung.

In das Feuchtfutter können Sie für einen extra Vitaminschub auch gehackte Kräuter, Kalk, Bierhefe und Foniopaddy (Grassaat) einarbeiten.

Als Frischfutter können zum Beispiel Zucchinis, Gurken, Salatblätter, Karotten (je in geriebener oder kleingeschnittener Form), Äpfel (am Stück), Knoblauch, verschiedene Beeren (Himbeeren, Erdbeeren, Blaubeeren, …), sowie Kräuter wie Oregano, Ringelblume, Fenchelsamen, Thymian, Salbei, usw. zugegeben werden.

Ballaststoffe erhalten Hühner aus dem Obst und Gemüse, sowie aus Grasschnitt und z.B. Haferflocken. Alles in Form von Rohfasern und Zellulose.

Verschiedene Eiweißquellen sorgen zusätzlich für Energie. Die Eiweißzufuhr kann durch vorgekeimte Sprossen oder Getreide, Tauwürmern, Erbsen, Brennnesselblätter, Bohnen, Kohl, Wickensamen, Soja, Hirse, Buchweizen, Malzkleie, Quark, Milch, Molke und Trockenhefe erfolgen.

Hühnerfutter aus dem Freilauf
Den Freilauf nutzen Hühner während den angenehmen Temperaturen nicht nur um Herumzuhüpfen, sich Auszutoben und sich die Sonne auf den Buckel strahlen zu lassen. Sie sind auch fleißig dabei zu ihrer eigenen Gesundheit beizutragen, indem sie ihrer gesunden Ernährung Insekten, Gräser, Blumen, Wurzeln und Kräuter beimengen.

Sofern den Hühnern eine große und reichhaltige Wiese für den Freilauf zur Verfügung steht, finden sie dort so viele Nährstoffe, dass sie manchmal sogar bis zu 60% weniger Fertighühnerfutter benötigen.

Hühnerfutter im Winter
Für den Winter wird daher ein besonders reichhaltiges Basisfutter bereitgestellt, um die fehlenden Gaben der Sommerwiese wettzumachen.

Besonders die genannten Eiweißlieferanten kommen im Winter zum Einsatz. Auch eine zusätzliche Vitamingabe über das Trinkwasser und das Futter ist nicht verkehrt.

Die Zugabe von Bierhefe ist ein besonderer Trick, da diese reich an Mineralien und Vitaminen ist. Sie enthält Vitamin-B-Komplexe, die im Winter sehr zur Gesundheit beitragen und im typischen Winterfutter Mais absolut nicht vorhanden sind.

Hühnerfutter für Legehennen
Damit die Legehennen genug Energie für die Eierproduktion und das Hinauspressen der Eier haben benötigen Sie sehr reichhaltiges Futter.

Sie können hierfür fertiges Legehennenmehl kaufen und es durch 10 % Körnergabe und weitere bereits genannte Nährstoffquellen ergänzen, oder die Mischung selbst anfertigen. (Achtung: Geben Sie das Legemehl und die Körner nicht zusammen in den Futtertrog, da die Körner bevorzugt gepickt werden, das Mehl liegenbleibt und die Hennen nicht mit genügend Nährstoffen versorgt werden.)

Wenn Sie die Mischung selbst herstellen möchten, können Sie sich an folgende Richtwerte halten, um eine ausreichende Energiezufuhr und gute Versorgung für die Legeleistung zu sichern: Täglich erhält jedes Huhn etwa 120 Gramm Trockenfutter als Basisfutter, welches je nach Rasse, zu 45-60% aus Kohlenhydraten (Getreide) besteht, zu 15-20% aus pflanzlichen Eiweißen wie Raps- oder Sojaschrot, zu 5-15% aus tierischen Eiweißen bzw. Milchprodukten, 3-10% Fett / Öl, 5-10% Mineralstoffe wie Grit und Muschelkalk, zu 3-10% aus Gras und 0,5-1% aus Vitaminen und Spurenelementen.

Das Futterkalk mit Muschelschalen ist ein wichtiger Zusatz für die Legehennen, da die Muschelschalen wichtiges Kalzium liefern, damit die Eierschalen schön fest und wohlgeformt sind (und nicht im Geburtskanal verformt werden und stecken bleiben). Das Futterkalk ist dabei ein Mineralzusatz, welcher hilft, dass das Kalzium gut vom Blut aufgenommen wird. Anstelle der Muschelschalen (oder zusätzlich) können auch eigene Eierschalen rückverfüttert werden. Wichtig dabei zu beachten ist, dass sie zuvor heiß erhitzt werden, um ggf. Keime und Salmonellen abzutöten (Backofen oder kochendes Wasser) und, dass sie so fein zermahlen werden, dass sie vom Huhn nicht mehr als Eierschalen erkannt werden können. Dies könnte sie nämlich auf dumme Gedanken bringen, wobei sie anfangen die Eier der Nachbarin zu stibitzen.

Futter für Küken
Sind die Küken geschlüpft, wollen sie ebenfalls gut versorgt werden. Grundsätzlich können sie bereits die ausgewogene Zusammensetzung an Nähr- und Mineralstoffen erhalten wie die anderen. Muschelkalk und Flusssand wird ihnen besonders guttun. Um schnell groß und stark zu werden, bevorzugen sie außerdem Presskörner anstelle von Schrot. Falls sie das Futter in Form von Pellets darreichen, müssen diese außerdem kleiner sein, sodass sie von den Küken leicht verzehrt werden können.

Futter für Junghennen
Spätestens nach der siebten Lebenswoche fangen die Junghennen an ein Körnergemisch aus der Einstreu herauszupicken.

Futter für kranke Hühner
Um das richtige Futter für das kranke Huhn zu finden, müssen Sie zunächst die Ursache der Erkrankung herausfinden. Denn je nachdem was dem Tier fehlt, wird dieses auch andere Ansprüche an das Futter haben. Allein bei Durchfall als Symptom kann entweder das Weglassen von Saftobst Abhilfe verschaffen oder aber eine Morosche Karottensuppe oder Oregano wohltuend sein. Lesen Sie sich hierzu am besten in die bestimmte Erkrankung und die dabei empfohlene Ernährung ein.

Diese Bestandteile machen Ihre Hühnerschar nicht nur froh und munter, sondern sorgen auch dafür, dass sie ein starkes Immunsystem entwickeln können und ihnen Krankheitserreger nicht so schnell was anhaben können. In Verbindung mit viel Bewegung können Sie von robusten Tieren profitieren.

Grundregeln für die Hühnerfütterung

  • Das Futter muss den Hühnern den ganzen Tag über ständig zur Verfügung stehen.
  • Ein Mehrtagesvorrat an fertigem Hühnerfutter wird in einen Futterspender eingefüllt.
  • Der Futterspender und alle weiteren Futter- und Wasserbehälter werden mindestens ein Mal die Woche gründlich gereinigt und desinfiziert.
  • Die Futter- und Wasserbehälter müssen vor Wildvögeln geschützt sein (z.B. überdacht), damit kein infiziertes Wildvogelkot hineingelangen und z.B. Vogelgrippe in Ihrem Bestand auslösen kann.
  • Verleihen Sie die Futter- und Wasserbehälter nicht an andere Hühnerhalter, um Krankheitsausbreitungen auszuschließen.
Die Futteraufnahme des Huhns

Als Hühnerhalter sollten Sie sich gut mit Hühnern auskennen, was bedeutet, dass Sie sich auch einige anatomische Kenntnisse dieses Tieres aneignen sollten. Deshalb hier einige wichtige Infos zu der Futteraufnahme und Verdauung zusammengefasst:

  • Hühner besitzen einen sehr schlechten Geruchs- und Geschmacksinn und wählen ihre Nahrung deshalb optisch aus.
  • Hühner haben kein Gebiss und können das Futter somit auch nicht kauen.
  • Durch Einspeichelung des Futters durch kleine Drüsen in der Schnabelhöhle rutscht das Futter die Speiseröhre entlang in den Kropf, wo es (durch Trinkwasser) erstmal aufgeweicht wird.
  • Während einer Fresspause rutscht, je nach Füllstand des Magens, eine bestimmte Menge des Futters aus dem Kropf durch den Drüsenmagen in den Muskelmagen.
  • Das Kauen übernimmt der Kaumagen bzw. Muskelmagen.
  • Das Innere des Magens ist mit einer Hornlage überzogen, sodass das Futter dort durch Muskelbewegungen zermahlt werden kann.
  • Das instinktive Picken von kleinen Steinchen hilft bei dem Mahleffekt.
  • Die Nährstoffe werden dann im Dünndarm chemisch aus dem Futterbrei absorbiert (wie bei Säugetieren auch).
  • Die Ausscheidung erfolgt durch die Kloake, aus welcher sowohl Kot (mit einem Beigemisch aus Harnsäure) als auch Eier kommen.
Wieviel Futter braucht ein Huhn?

Der Bedarf an Futter- und Wassermenge ist bei Hühnern von der Rasse und der Größe abhängig. Als Faustregel gilt jedoch, dass ein 2,5 Kilogramm schweres Huhn, welches eine normale Legeleistung aufweist, etwa 120 Gramm Hühnerfutter pro Tag vertilgen muss.
Bei einer reichhaltigen und großen Wiese im Sommer, wird ein Großteil des Futterbedarf dort frei aufgenommen, sodass weniger aus dem Futterspender entnommen wird.
Der Wasserbedarf liegt durchschnittlich etwa bei 250 ml Wasser am Tag.
(Fun-fact: Umgerechnet auf einen 70 Kilogramm schweren Menschen, wären das 3,5kg Nahrung und 7l Wasser am Tag.)

Was fressen Hühner gerne?

Aufgrund des bereits erwähnten schlechten Geruchs- und Geschmacksinns, wählen Hühner ihre Nahrung optisch, also nach Größe, Form und Farbe aus. Sie bevorzugen dabei Futter, welches eine Größe von 1,5-4 mm besitzt, rundlich ist und einen starken Kontrast zum Untergrund bildet. (Wichtig zu wissen, um den Küken das erste Futter darzureichen.)
Die Instinkte raten dem Tier auch sich bewegendes Futter zu schnappen, da Ameisen, Würmer oder Grashalme wichtige Nährstofflieferanten sind.
Wenn Sie folgende Zutaten auf den Speiseplan stellen, können Sie sich sicher sein, Ihren gefiederten Freunden einen besonderen Genuss zu bieten: Mehl- und Tauwürmer, Mais, Kleeblätter, Blüten von Wiesenblumen, verschiedene Körner (z.B. der Gerste und des Weizens), gekochten Reis, Nudeln und Kartoffeln. Probieren Sie verschiedenes aus, um herauszufinden was Ihre Schar bevorzugt.

Welche Küchenabfälle als Hühnerfutter?

Küchenabfälle und ein Zugang zu einem Komposthaufen können für Hühner ein wahres Paradies sein. Die Essensreste der Menschen sind sowohl abwechslungsreich als auch nährstoffreich.
Hierfür müssen Sie nur einige Grundregeln beachten, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht.
Die Küchenreste müssen sauber, frisch bzw. nicht verschimmelt sein, nicht zu fettig, möglichst ungewürzt, ungesalzen und zuckerfrei. Auf keinen Fall darf es scharf sein! Spülen Sie mögliche Soßen oder Salzreste vorsichtshalber im Sieb aus.
Falls Küchenreste auf dem Komposthaufen landen, die diese Kriterien nicht erfüllen, sollten die Hühner besser keinen Zugang zu diesem Haufen haben, sondern geben Sie speziell für sie ausgewählte und unbedenkliche Reste in den Futtertrog.

Was dürfen Hühner nicht fressen?

Im Umkehrschluss gibt es also Nahrungsmittel, die die Hühner nicht vertragen und die sie daher von ihnen fernhalten müssen.

  • Keine verdorbene und schimmlige Nahrung.
  • Keine großen Mengen an Zitrusfrüchten (wie Zitronen, Orangen und Kiwis), da große Vitamin C Mengen zu Darmblutungen führen können.
  • Keine Speisen wie Teige, die Triebmittel (Hefe und Backpulver) enthalten.
  • Keine Fleischprodukte! Hühner würde diese zwar mit Vergnügen fressen, das Gesetz verbietet es jedoch.
  • Keine Avocados anbieten, da sie nicht nur für Hühner, sondern für die meisten Tiere giftig sind.
  • Keine stark gewürzten, gesalzenen, gezuckerten und vor allem keine scharfen Speisen.

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