Inneneinrichtung des Hühnerstalls

Wissenswertes, damit sich Ihre Hühner wohl fühlen
Einrichtung des Hühnerstalls

Der Hühnerstall entspricht dem Heim der Hühner und lässt sich ebenfalls ganz unterschiedlich gestalten. Manche Einrichtungsgegenstände sind jedoch sowohl beim Huhn als auch beim Menschen ein notwendiger Standard. Ein gemütliches Bett, eine Küchennische sowie Bad und WC in einer wohltemperierten Behausung dienen dem Zweck unsere Grundbedürfnisse abzudecken. Weitere Einrichtungsgegenstände dienen dem Wohlfühlfaktor. Ähnlich kann das auf die Hühner abgeleitet werden.
Wir klären Sie auf, welche Inneneinrichtung im Hühnerstall Pflichtprogramm ist und welche Extras Sie hinzufügen können, damit sich die Schar in ihrem Zuhause wohl fühlt. Denn im Fachhandel wird Unmengen an Zubehör angeboten, manches davon soll aber eher den Hühnerhalter glücklich stimmten und zum Kauf animieren, wohingegen einiges an Schnickschnack für Hühner irrelevant oder gar im Weg ist.
Dennoch spricht nichts dagegen, wenn Sie manch ein Stück anschaffen oder mit etwas Geschick selbst bauen, um sich die Hühnerhaltung zu versüßen. Auch hierzu haben wir einige Tipps parat.

Notwendige Einrichtung im Hühnerstall

Das Huhn ist ein Lebewesen mit recht niedrigen Ansprüchen was seine Behausung angeht. Entsprechend der menschlichen Grundbedürfnisse ist es zufrieden, wenn es einen Unterschlupf hat, in welchem es weder frieren noch an Hitze leiden muss und welches etwas Licht hereinlässt, wenn es ein wohliges Nestbett hat, eine Sitzstange sowie frisches Wasser und Futter. Wohin es kotet, ist dem Huhn egal, jedoch Körperhygiene ist für einen Vogel, der was von sich hält, wichtig und wird im Sandbad auch ausgiebig praktiziert.
Jedoch auch manch ein Anspruch des Hühnerhalters macht zusätzliche Modifizierungen zu einer Notwendigkeit. Für diesen ist es z.B. wichtig sich die Pflege etwas einfacher zu gestalten. Kotbretter erleichtern es den Stall sauber zu halten. Bestimmte Futter- und Wasserspender sind ebenfalls leichter hygienisch zu halten als ein schwerer Trog und ermöglichen es diese mit einem Vorrat an Futter bzw. Wasser zu befüllen, sodass die Hühner nicht mehrmals am Tag manuell versorgt werden müssen.
Auf die einzelnen notwendigen Einrichtungsgegenstände wollen wir im Folgenden etwas ausführlicher eingehen.

Der Rohbau des Hühnerstalls

Zuerst zu dem Grundsätzlichen – dem Hühnerstall an sich. Damit die Hühner sich innen wohl fühlen muss ihnen dieser einen optimalen Schutz vor Fressfeinden wie Greifvögeln, Füchsen, Hunden und Katzen bieten. Achten Sie deshalb auf stabile Materialen, wie:

  • Stabile Wände aus Metall, Holz oder qualitativ hochwertigen Kunststoff, welches nicht durchscharrt oder durch Tiere durchbrochen werden kann
  • Gitter durch welches Fressfeinde nicht hindurchpassen und welches sie nicht durchbeissen können
  • Stabile Fenster und Türen, die von Raubtieren nicht aufgebrochen werden können
  • und ein solides Dach.

Auch den Witterungsverhältnissen sollte der Stall trotzen und nicht bei dem nächsten Sturm die Fliege machen oder die Hühner beim Regen durchfeuchten. Gegen starken Frost und Hitze lohnt sich auch eine gute Isolierung. Außerdem können Sie bei einem frostigen Winter oder wenn sich Jungtiere in Ihrem Bestand befinden eine von der Decke herabhängende Wärmelampe anbringen.
Ausreichend große Luftlöcher sorgen für Sauerstoffzufuhr und Luftzirkulation zum Temperaturausgleich.
Um später keinen Schwierigkeiten mit Milben und weiterem Ungeziefer ausgesetzt zu sein, sollten leicht zu reinigende Materialien verwendet werden. Bei grobporigen Oberflächen, wie Holz, in welchem sich die Parasiten gut einnisten könnten, lohn es sich die Bretter zuvor glatt zu hobeln und die Fläche mit 10%igem Borax oder einer Sodalösung zu streichen.
Die Größe des Stalls sollte Ihrer Schar entsprechen, also sowohl der Anzahl als auch der Körpergröße. 3-4 durchschnittlich große Hühner benötigen mindestens einen Quadratmeter Platz im Stall. Wählen Sie die Höhe so aus, dass Sie dort bequem Arbeiten verrichten und jedes Eck gründlich reinigen können.

Welche Futterbehälter für Hühner?

Nach dem manuellen Ausstreuen des Futters durch den Halter im Gehege, war der Futtertrog der herkömmliche Futterbehälter für Hühner. Beide Varianten bringen jedoch Schwierigkeiten mit sich. Das Futter wird auch von anderen Tierchen gefressen und vermischt sich mit der Hühnereinstreu, welche man regelmäßig ausfegen muss und so geht auch im Laufe eines Jahres viel Futter verloren, was eine unnötige Verschwendung ist. Hühnerfuttertröge aus Kunststoff neigen zusätzlich dazu umzukippen, sofern sie nicht gut befestigt sind und bereiten eine noch größere Sauerei. Wenn Futtertrog, dann gut stabilisiert und an einer passenden Stelle angebracht.
Praktischer kommen da die Futterautomaten bzw. Futtersilos daher, welche Futter für mehrere Tage beinhalten können und nur so viel herausgeben, wieviel die Hühner im Rand gefressen haben. Das restliche Hühnerfutter bleibt somit sauber und frisch. Und der Zugang für Fremdtiere zu der Futterquelle wird erschwert, besonders wenn diese erhöht aber dennoch in bequemer Reichweite für die Hühner aufgehangen wird.
Bei der Version der Futterautomaten mit Trittklappe wird es für die kleinen Diebe gar unmöglich an die Nahrung heranzukommen, da hier das Gewicht eingestellt werden kann, bei welchem sich die Klappe öffnet. Da sich da Futter also erst zeigt, sobald ein Huhn auf der Fläche steht, ist es außerdem für Außenbereiche sehr praktische, da weder Wind noch Regen dem Inhalt nichts anhaben kann. Bis sich Ihre Hühner an diese Trittautomatik gewöhnt haben, können Sie die Fläche mit einem Stein beschweren.
Beide Versionen gibt es sowohl in einer Kunststoff- als auch Metallausführung. Preislich sind beide ähnlich und auch reinigen lassen sie sich gleich gut.
Bezüglich der Größe des Futterbehälters müssen Sie sowohl die Anzahl Ihrer Hühner berücksichtigen als auch die Tatsache, wie oft Sie diese nachfüllen möchten. Der Futterbedarf hängt von Rasse und Größe ab. Durchschnittlich lässt jedoch mit 125 Gramm Futter pro Huhn pro Tag einkalkulieren. Wenn Sie den Automaten seltener befüllen möchten, müssen Sie entsprechend eine größere Ausführung besorgen.

Welche Tränke für Hühner?

Bei den Wasserspender gibt es ebenfalls sowohl Varianten aus Kunstsoff als auch aus Metall, welche sich eigentlich in nichts nachstehen und Geschmackssache sind. Die Preise sind ähnlich, sie lassen sich beide leicht reinigen und sind sehr robust (natürlich bei guter Qualität, welche vom Hersteller abhängt).
Trinkt das Huhn aus einem Wasserspender läuft das Wasser so lange aus dem Röhrchen in den Behälter nach, bis dieser wieder bis obenhin gefüllt ist und damit die Öffnung verschlossen wird, indem keine Luft mehr hineinströmen kann.
Die Größe und Anzahl der Wasserbehälter hängen wieder von der Größe der Schar ab. Ein Huhn braucht je nach Temperatur 200-300 Milliliter pro Tag. Besitzen Sie jedoch viele Tiere ist es ratsam mehrere Behälter an verschiedenen Stellen aufzuhängen, damit mehrere Vögel gleichzeitig trinken können. Achten Sie darauf, dass Sie diese etwas erhöht und etwas weiter weg vom Futterplatz anbringen, damit das Futter nicht durchnässt wird, sollte das Wasser doch mal verschüttet werden.
Damit das Wasser im Winter nicht so schnell gefriert, legen viele Hühnerhalter etwas Stroh in den Behälter, damit die Wasseroberfläche möglichst lange in Bewegung bleibt. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie jedoch auch gleich Stülptränken besorgen, welche in den Wintermonaten mit einem Heizuntersetzer betrieben und vor dem Frost geschützt werden können.
Schwere Steintröge oder emaillierte Tröge ob für Futter oder Wasser sind eher schlecht geeignet, da diese sehr schwer sind und es für Sie anstrengend sein wird sie gründlich zu reinigen.

Welche Legenester für den Hühnerstall?

Die Hennen werden zwar auch ohne Legenester fleißig Eier legen, werden es jedoch sicher schätzen, dass Ihre Burt eine schön weiche Unterlage hat und sicher gebettet ist. Die Nester sollten Sie dabei am besten in einer dunklen, ruhigen Ecke des Stalls installieren, damit die Hennen friedlich ausbrüten können. Auch sich selbst erleichtern Sie durch Nester die Arbeit, da Sie sich dann nicht regelmäßig auf die Suche nach den Eiern begeben müssen.
Welche Nester für den Hühnerstall gewählt werden liegt von der Stallgröße und der bevorzugten Optik bzw. der Handhabung ab. Eine Henne wäre auch mit einer mit Stroh ausgelegten Bananenkiste zufrieden. Sie können aber auch in ein Premium-Nest investieren.
Bei einem kleinen Stall bieten sich Gruppenlegenester an, die entweder selbst gebastelt werden können, z.B. aus Obstkisten, oder im Fachhandel erworben werden können.
Haben Sie jedoch ausreichend Platz für Einzellegenester zur Verfügung und erwarten Küken, sollten Sie diese dem Gruppennest vorziehen, da die Hennen so entspannter Brüten können und mögliche Parasiten es schwerer haben auf ein anderes Huhn überzusiedeln da sie weiter voneinander entfernt sind. Vor allem aber sind die Eier besser geschützt bzw. man verringert das Risiko, dass diese von Nachbarn niedergetrampelt werden. Auch kommen die Hennen nicht auf die Idee einer anderen ihre Eier zum Ausbrüten unterzumogeln, sodass diese am Ende auf einem Berg voll Eier sitzt und keines genug Wärme abbekommt, um sich zu entwickeln.
Je nachdem wie groß die Henne ist, sollte das Nest in etwa jeweils 30cm tief, breit und hoch sein.
Bringen Sie die Nester möglichst auf gleicher Höhe an, da die Hennen die höheren Plätze bevorzugen und sich alle sonst nur oben tummeln würden. Etwa 80 Zentimeter über dem Boden sollte genügen, damit Sie die Eier auch problemlos, ohne sich zu Bücken entnehmen können. Möchten Sie die Nester noch höher anbringen, empfiehlt sich eine Hühnerleiter, damit diese besser ins Nest gelangen können.

Sitzstangen und Kotbretter im Hühnerstall anbringen

Bei den Sitzstangen sind die Hühner ähnlich anspruchslos. Ein erhöhter Platz oder ein Mauervorsprung reicht ihnen schon für ihr Glück aus. Das Anbringen der Sitzstangen ist eher für den Hühnerhalten eine notwendige Bequemlichkeit. Mit speziellen Sitzstangen unter welchen Kotbretter liegen, lässt sich der Arbeitsaufwand bei der Reinigung enorm verringern. Und das bedeutet wiederum, dass der Hygienestandard besser aufrechtzuerhalten ist und Krankheitserregern besser vorgebeugt werden kann.
Auch hier gilt, wie bei den Nestern, die Sitzstangen möglichst auf gleicher Ebene anzubringen, damit es zu keinen Rangordnungskämpfen kommt, da jedes Huhn gerne oben sitzen möchte. Da sich Hühner auf den Stangen gerne „entfalten“ möchten, sollten Sie Ihnen auch Raum hierfür geben und diese mit einer gewissen Entfernung von den Wänden montieren und auch zwischen den Stangen genug Platz lassen, je nachdem wie groß Ihre Hühner sind. Von der Höhe her darf es da schon mindestens ein Meter sein.
Die einzelnen Sitzstangen sollten nicht über 1,5 Meter haben, sodass Sie sie noch problemlos regelmäßig aus dem Stall zum Reinigen hinausbefördern können.
Die Form der Stange ist für das Huhn irrelevant und bleibt Ihren optischen Vorlieben überlassen. Achten Sie nur darauf, dass es keine Unebenheiten gibt, an welchen sich die Tiere verletzen könnten. Vermeiden Sie auch großporige Materialien, in welchen sich Parasiten wie Milben festsetzen könnten.
Die Kotbretter werden schräg unter den Sitzstangen installiert, welche zum Beispiel aus Maschendraht, einfachen Brettern oder einem Kunststoffgitter bestehen können. Wichtig ist nur, dass der Kot der Hühner, die auf den Stangen sitzen direkt auf die Bretter bzw. das Gitter gelangt.
Kotauffangbretter erleichtern Ihnen nicht nur die Arbeit, da sie diese zur Reinigung herausnehmen und mit einem Wasserschlauch und einer Bürste gründlich reinigen können oder ggf. auch einweichen, um sich Schrubbarbeit zu ersparen. Diese tragen auch dazu bei, dass der Kot nicht in die Einstreu fällt, in welcher die Tiere gerne herumscharren und picken. So vermindern Sie wieder das Risiko, dass das Geflügel mit dem Kot in Kontakt kommen, dieses in ihren Schnabel wandert und sie sich mit Keimen und Parasiten anstecken.

Sandbad im Hühnerstall

Das Sandbad ist für Hühner, wie für uns ein Bad im Wasser. Indem sie sich in den Sand einscharren und den Sand anschließend ausschütteln, säubern sie ihr Federkleid und werden Parasiten, wie Federlinge, Milben, etc. los (zumindest einen Teil). Nebenbei trägt ein gemeinsames Sandbad auch dazu bei, die Rangordnung der Herde zu festigen.
Auch wenn Sie im Freilaufgehege bereits ein Sandband installiert haben, empfiehlt es sich im Stall dennoch zumindest ein kleines Sandbad bereitzustellen. Denn ist draußen mal das Wetter so übel, dass es für die gefiederten Freunde besser ist im Stall zu verharren, haben sie dennoch eine Möglichkeit brav die Körperhygiene weiter zu betreiben.
Dafür reicht ein größerer Kübel oder ein anderer Behälter von etwa 40 cm Höhe, der mit feinem Sand, Holzasche (besser aus dem Ofen als vom Grill) und etwas Kieselgur befüllt wird. Die Holzasche unterstützt nicht nur die Hygiene, sondern auch die Verdauung, wenn sie gepickt wird und die Kieselgur tötet Parasiten ab.

Fenster und Beleuchtung

Mit Fenstern können Sie optimale Lichtverhältnisse im Stall schaffen. Falls sich diese öffnen lassen, können Sie den Stall sogar regelmäßig durchlüften.
Wenn die Fensterfront gen Süden oder Osten gerichtet ist, sollten die Tiere ausreichend Licht abbekommen. Jedoch ist es auch sehr wichtig, dass die Fenster nicht zu groß sind und immer noch dunkle Stallecken vorhanden bleiben. Dorthin ziehen sich die Vögel gerne zurück, um sich ungestört zu putzen oder um zu Brüten.
Mithilfe einer Kippvorrichtung kann man in heißen Sommermonaten außerdem für zusätzliche Belüftung und Temperaturausgleich sorgen. Montieren Sie die Fenster aber unbedingt so, dass die Fenster nach außen gekippt werden, da diese ansonsten schnell als Sitzvorrichtung missbraucht und verschmutzt werden.
Auch wenn Hühner tatsächlich liebend gerne aus dem Fenster schauen, ist es jedoch oft aus Platzgründen nicht möglich eine große Fensterfront anzubringen. Damit die Legeleistung durch mangelnden Lichteinfluss nicht leidet, können Sie hierfür künstliche Lichtquellen auf 1,5 – 2 Metern anbringen. Pro Quadratmeter wird in dem Stall dann eine Lichtleistung von 3 Watt benötigt.
Insgesamt benötigen Hennen etwa 14 Stunden Licht (ob natürlich oder künstlich), um ihre Legeleistung aufrecht zu erhalten.
Im Winter und in den Abendstunden den natürlichen Biorhythmus der Hühner zu respektieren und sie nicht zur Ankurbelung der Legeleistung aus dem Takt zu bringen ist aber immer besser.

Utensilien zur Beschäftigungstherapie

Neben den beschriebenen notwendigen Einrichtungsgegenständen eines Hühnerstalls können Sie auch einige interessante Gegenstände anbringen, mit welchen sich die Tiere beschäftigen können. Besonders wenn diese auf Grund von schlechtem Wetter oder bei Krankheiten länger im Stall eingesperrt bleiben müssen, wird ihnen hiermit eine gute Ablenkung geboten, um sie z.B. vor schlechten Ideen, wie dem Federnfressen abzuhalten.
Entweder können Sie hierfür verschiedenste Utensilien im Fachhandel erwerben, oder selbst etwas basteln, z.B. aus Plastikflaschen, Dosen, Ketten, etc. Wichtig ist dabei nur, dass die Sachen hygienisch sauber sind und die Hühner sich nicht daran verletzen können.

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