Wir geben die MwSt. Senkung an Sie weiter. Sie erhalten 3% Rabatt an der Kasse.

Kükenaufzucht

eine Einführung, Tipps und Tricks, Vergesellschaftung und vieles mehr

Küken und Glucken
Hinter den so niedlichen Küken und der Glucke verbirgt sich deutlich mehr, als man anfangs eventuell annimmt. Der Anblick ist angenehm und einnehmend. Schließlich zeigt die Glucke den Küken, welche Körnchen die richtigen sind, wo sich das korrekte Futter befindet und in welchen Ecken Gefahren lauern. Neben der Nahrungsaufnahme der Küken kümmert sich die Glucke auch um das Wohlbefinden und vor allem darum, dass die Küken genügend Wärme bekommen. All diese Aufgaben übernimmt die Glucke. Sollten Sie sich nun für die Kunstbrut entscheiden, müssen all diese Aufgaben übernommen werden. Am wichtigsten ist hierbei die Nahrungsaufnahme sowie die Wärme. Jedoch läuft es nicht immer ideal ab und so werden auch weitere Einsätze gefordert werden können. Sollte es beispielsweise zu Erkrankungen oder anderen Problemen kommen, muss hier rasch agiert werden.
Eine Einführung in die Kükenaufzucht

Die ersten Schritte sind recht simpel und fordern nicht viel Geschick. Da Sie der Nahrungsversorger der kleinen Küken sind, gewöhnen sich diese zügig an Sie und essen Ihnen aus der Hand. Dort haben Sie das Glück, das noch weiche Fell zu streicheln und somit auch eine Bindung zu den Tieren aufzubauen.
Küken gewöhnen sich ebenso an einen sogenannten Lockruf. Wenn sich dieser von Ihrer Seite nicht verändert, Sie dieselbe Ton- und Stimmlage beibehalten, dann hören die gewordenen Hühner immer noch auf Ihren Ruf.
Am wichtigsten ist hierbei, dass Sie die Brut geschickt und ausgiebig planen. Das bestimmt letztlich über Erfolg oder Misserfolg der Brut. Zudem verbringen die frisch geschlüpften Küken sehr viel Zeit im Kükenheim.
Empfehlenswert ist hier zu Beginn ein Wärmespender. Normalerweise wird hierzu auf eine Wärme- beziehungsweise Infrarotlampe zurückgegriffen. Schließlich wird zu Beginn eine Temperatur von 38 Grad erforderlich, sodass sich die Küken besonders wohlfühlen und im Wachstumsprozess nicht gehindert werden.
Neben der Wärme ist, wie bereits erwähnt, auch die Nahrung sehr wichtig. Hier setzt der Fachmann auf spezielles Aufzuchtfutter und Trinkwasser, was jeden Tag aufgefrischt werden sollten.
Wasser und Nahrung vertragen sich nicht immer gut – es könnten beispielsweise Bakterien sehr einfach und schnell entstehen, die sich auf die Gesundheit Ihrer Küken auswirken könnten. Halten Sie deswegen Futter und Nahrung möglichst weit voneinander entfernt.
Des Weiteren benötigen Sie eine Kükentränke und Futtertrog, eine Wärmelampe oder -platte – darauf gehen wir später nochmal ein sowie Einstreu oder Küchenrollen und einen passenden Käfig.

Das Kükenheim – wie sollte es idealerweise aufgebaut werden?
Der Anfang wird mit dem richtigen Käfig gemacht. Hier kann man beispielsweise auf ein Kaninchen- oder Meerschweinchenkäfig zurückgreifen. Es kann aber auch auf ein Aquarium zurückgegriffen werden. Wichtig ist nur, dass eine Höhe von mindestens 40 cm gegeben ist. Ebenso sollte ausreichend Platz für die Küken geschaffen werden, was nicht immer bei einem Aquarium der Fall ist. Es gibt auch einfachere Lösungen, wie Kükenboxen. Hier muss man sich über die steigende Agilität der jungen Küken keine Sorgen machen. Schließlich wird Motivation bei der Gestaltung des Kükenheims nicht immer belohnt. Oftmals raten wir von Karton ab. Dieser weicht zu schnell durch. Ebenso raten wir regelmäßig von Gitteruntergründen ab. Diese führen immer wieder zu Verletzungen und die kleinen Kükenfüße fühlen sich darauf auch nicht wohl. Ein praktisches Haushaltsmittel ist die Küchenrolle. Diese ist weich für die Küken und Sie haben den Vorteil, dass es besonders leicht zu reinigen ist. Einstreu kann ebenfalls verwendet werden. Jedoch muss hier auf die Feinheit geachtet werden. Ist es zu fein und mit Sand vergleichbar, könnte es dazu kommen, dass die Küken anfangen es zu fressen und dadurch mit vollem Magen verhungern. Das Trinkwasser sollte in ausreichender Entfernung zum Futternapf platziert werden und täglich gewechselt werden. Küken würden sich hier über eine spezielle Tränke für Küken freuen. Diese bewahren Küken vor dem Ertrinken, vereinfacht die Flüssigkeitsaufnahme und verhindert zugleich, dass das Wasser zu schnell verschmutzt wird. Wichtig bei den Küken ist vor allem die Nahrungsaufnahme. Hier sollte auf spezielles Kükenfutter gesetzt werden. Schließlich beinhaltet diese wichtigen Vitamine und Mineralstoffe, die besonders essentiell für das Wachstum sind. Achten Sie besonders auf den optimalen Eiweißanteil. Eiweiß macht die Knochen stark und sorgt hier für ein ideales Knochenwachstum. Natürlich gehören auch andere Mineralien und Vitamine dazu. Jedoch setzen sie hiermit eine gesunde und hervorragende Grundlage. Zum Futter sollte auch Blaumohn hinzugefügt werden. Das reguliert die Darmtätigkeit der jungen Küken und kann zugleich Durchfall vorbeugen. So werden auch weniger Küken krank oder stecken sich an. Ferner ist hier ein separater Futtertrog oder das Unterteil eines Futterautomaten zu empfehlen.
Überwachung, Kontrolle und Wärme
Ein besonders wichtiger Faktor ist die Wärme. Diese muss in der Aufzuchtbox regelmäßig kontrolliert und überwacht werden. Gegebenenfalls muss diese auch angepasst werden. Hier können Sie auf unterschiedliche Helfer zurückgreifen. Die Wärmelampe bzw. -platte haben wir bereits erwähnt. Ein Vorteil der Wärmelampe ist beispielsweise, dass die Temperatur besser und individueller geregelt werden kann. Das verhindert beispielsweise ein Überhitzen der Jungtiere. Idealerweise liegt die Temperatur genau zwischen 36 und 38 Grad Celsius. Es ist jedoch auch möglich, die Wärme mit der Zeit zu entziehen. Für den Anfang ist das schädlich. Nach dem 5. Tag kann man die Temperatur um 1 Grad alle zwei Tage reduzieren. Das ist jedoch nur eine Faustregel. Ausnahmen gibt es immer. Deswegen sollten Sie die Küken dabei ganz genau beobachten. Piepsen diese laut oder setzen sich die Küken auf einem Kneul zusammen, dann ist es doch zu kalt und Sie sollten die Temperatur wieder erhöhen. Grundsätzlich gilt, dass die Temperatur niemals unter 18 Grad Celsius fallen sollte. Sobald die Küken zu jungen Hühnern heranwachsen und ihr Fliederkleid gewinnen, können sie ins Freie gelassen werden. Normalerweise braucht es bis dahin etwa sechs bis acht Wochen.
Wie kann die Wärme ideal reguliert werden?

Wärmequellen sind vielfältig und haben ebenso vielfältige Vor- als auch Nachteile. Die Wärmelampe und -platte haben wir bereits mehrfach erwähnt. Jedoch wollen wir sie auch kurz beschreiben:

  • Wärmelampe: Hier handelt es sich um eine spezielle Birne, die kein gut sichtbares Licht erzeugt. Es geht primär um die Erzeugung von Wärme. Die Temperatur und Wärme können gut mit der Lampe reguliert werden. Allerdings braucht das etwas Erfahrung.
  • Wärmeplatte: Die Platte ist eine quadratische Platte, wie der Name erahnen lässt. Das Gute an der Platte ist, dass sie der Glucke ähnelt. Schließlich kann sie mit vier Beinen in der Höhe verstellt werden und ähnelt so dem Warmen Gefieder der Glucke. Die Küken stellen sich zum Wärmen darunter.
  • Glühbirne: Glühbirnen erzeugen nicht ausreichend Wärme und sollten nur für den äußersten Notfall und nur für eine kurze Zeit genutzt werden. Verbrennung aber auch der Feuerbrand ist keine Seltenheit, wenn hier zu wenig Erfahrung am Werk ist.
Kükenaufzucht braucht auch Hygiene
Hygiene ist das A und O für ein gesundes Heranwachsen der Küken und sollte nicht vernachlässigt werden. Die Küchenrolle kann hier für ein deutlich schnelleres und einfacheres Reinigen sorgen. Anfangs reicht es, wenn Sie die Käfige oder Boxen täglich reinigen. Sobald die Küken heranwachsen und mehr koten, sollte das Kükenheim mehrmals täglich gereinigt werden. Kot und andere Verunreinigungen sind schließlich die perfekten Krankheitsherde und könnten die gesamte Aufzucht stark gefährden. Dasselbe gilt auch für Futterreste, die von Bakterien nur geliebt werden.
Welches Futter ist das richtige in der Kükenaufzucht?

Anfangs stellt sich die Frage, welches Futter man bieten sollte. Das Thema haben wir bereits kurz angeschnitten aber möchten gerne tiefer einsteigen. Blaumohn ist ein zusätzliches Plus für eine ausgewogenen Kükenernährung, um so auch Durchfall zu verhindern, was zu Krankheiten führen kann.
Im Normalfall finden Sie pelletförmiges Kükenfutter im Handel oder auch online. Sie können aber auch auf herkömmliches Legemehl für Hennen setzen. Dieses besitzt genügend Protein, um den jungen Küken ein ideales Aufwachsen zu ermöglichen. Für ein ideales Aufwachsen reicht dies aber nicht immer aus. Hochwertiges Kükenfutter sollte deswegen die erste Wahl sein. Vitamine, Mineralien und hochwertige Makronährstoffe legen den Grundstein für eine vitale und gesunde Henne.

Wie lernen sie das Fressen?

Am ersten Tag muss sich darum noch nicht gesorgt werden. Schließlich ernährt der Dottersack das Küken. Jedoch ändert sich dies mit dem zweiten Tag und die Küken sind auf Futter angewiesen. Nicht zu selten kommt es vor, dass die hungrigen Küken vor dem Futtertrog das Futter nicht fressen und wortwörtlich verhungern. Das können Sie selbst feststellen, wenn Sie nur sehr wenige Küken besitzen.
Hier kann ein einfacher Trick jedoch Abhilfe schaffen. Sie benötigen hierzu nur eine weiße Unterlage auf denen man eine Körner-Straße legt. Die Straße kann dann zum Futtertrog führen. Die weiße Unterlage sorgt für einen starken Kontrast für die Küken und sorgt zudem für ein Pickreflex.
Möchten Sie keine Straße zum eigentlichen Futternapf legen, können Sie auch einfach das gesamte Futter auf der hellen Unterlage ausbreiten. Nach etwa 4-5 Tagen können Sie die Unterlage austauschen und das richtige Gefäß an den gleichen Ort platzieren. Die Küken sollten nicht verhungern.

Wie lernen sie das Trinken?
Auch beim Trinken herrscht ein ähnliches Problem. Denn Küken haben auch hier oftmals das Problem, dass das Wasser schlichtweg nicht zu finden ist. Ein kleiner Trick kann auch hier helfen. Idealerweise nutzen Sie ein sehr flaches Gefäß – wie einen Deckel – und füllen dieses mit ein wenig Wasser. 3-4mm Wasser reichen hier vollkommen aus. In das flache Gefäß kommen ebenfalls kleine Steinchen in das Wasser. Achten Sie darauf, dass diese nicht zu groß sind. Ansonsten könnte das Küken ersticken. Die Steinchen sorgen dafür, dass die Küken wieder ihren Pickreflex bekommen und so merken, dass sich dort auch Wasser befindet. Sie brauchen nur wenige Stunden, um dies zu verstehen. So können Sie oftmals innerhalb 1-2 Tage die flache Schale durch die eigentliche Tränke ersetzen. Achten Sie darauf, dass die Tränke nicht zu groß ist und ein Ertrinken vorgebeugt wird. Wie bereits erwähnt, gibt es hierzu spezielle Kükentränken, die genau das verhindern.
Vergesellschaftung der ehemaligen Küken und älteren Hennen

Oftmals wird die brütende Henne von den anderen Tieren getrennt. Jedoch sollte niemals die Glucke von ihren Küken frühzeitig getrennt werden. Das erkennen Sie an dem Verhalten der Glucke. Nach 5 Wochen werden die Küken bereits merklich reifer und können auf eigenen Beinen stehen. Nach 8 Wochen hat die Glucke gänzlich mit ihren mütterlichen Aufgaben abgeschlossen und überlässt ihre Küken der Selbstständigkeit.
Nun kommt es darauf an, die Glucke mit ihren Küken in die Gruppe wieder zu integrieren. Das ist heikel und kann gefährlich sein. Achten Sie darauf, dass die Küken reif genug und nicht zu zart sind. Das ist immer eine ganz individuelle Einschätzung. Schließlich hängt es auch stark von den Charakteren der bestehenden Gruppe ab.
Bei den meisten Gruppen erfolgt eine Vergesellschaftung sehr zügig und zeitnah. Jedoch gibt es auch andere Gruppen, wo die Reintegration mehrere Wochen gar Monate dauern kann.
Ein reibungsloses Kennenlernen kann durch eine Abtrennung stattfinden. So können sich die Küken und die adulten Hühner erst einmal kennenlernen und ihre Aggressionen in aller Sicherheit abbauen. Sobald die Aggressionen vollkommen verstrichen sind, kann die Abtrennung entfernt werden.
Entfernen sie diese bestenfalls abends oder nachts. Sie können den Zaun auch erst stückweise öffnen. In diesem Fall sollten Sie nur sicherstellen, dass die Küken in einem separaten Bereich ihre Nahrung aufnehmen und trinken. Ebenso haben sie so einen Rückzugsbereich, falls sie sich im großen Stall bei den anderen Hühnern nicht mehr wohlfühlten oder plötzlichen Aggressionen ausgesetzt sind.
Beobachten Sie die Küken in jeden Fall sehr genau. In vielen Fällen ergibt es Sinn, erstmals einen Rückzugsbereich für die Küken zur Verfügung zu stellen.
Bei einer natürlichen Brut kann es auch der Fall sein, dass die Hühnerküken mit Glucke bereits nach 4-6 Wochen zu den anderen Hühnern gesetzt werden können. Andernfalls sollten Sie hier behutsam vorgehen und die Küken Stück für Stück mit den anderen Hühnern vertraut machen.