Proteine in der Hühnerzucht

Hühner optimal versorgen
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Proteine in der Hühnerzucht

Proteine gehören zu den Grundbausteinen unseres Lebens. Also nicht nur der Menschen, sondern auch anderer Lebewesen, wie auch der Hühner. Ein großer Teil des Körpers wird aus diesem Stoff gebildet und muss deshalb auch in der optimalen Menge und Qualität zugeführt werden.
Viele Hühnerzüchter unterschätzen, wie schnell ein Eiweißmangel zum Problem werden kann. Abhängig von der Lebensphase und der Umstände benötigen Hühner manchmal eine extra Portion Eiweiß, um gesund zu bleiben und sich gut zu entwickeln.
Nach der Lektüre dieses Artikels, werden Sie wissen, wie Sie Ihr Huhn optimal mit Eiweiß versorgen.

Was sind Proteine?

Zuvor wollen wir klären was Proteine eigentlich sind.
Proteine sind biologische Makromoleküle, also Moleküle, die sehr groß sind und eine hohe Molekülmasse haben. Aufgebaut sind diese Moleküle aus proteinogenen Aminosäuren, die durch Peptidbindungen zu Ketten verbunden sind.
Proteine werden umgangssprachlich auch Eiweiß oder Eiweißstoff genannt. Das Wort Protein ist jedoch am treffendsten, da es aus dem griechischen stammt und so viel wie „das Wichtigste“ bedeutet. Es deutet also die Stellung dieses Stoffes für das Leben an.
Proteine machen nämlich über die Hälfte des Trockengewichts eines Körpers aus und finden sich in jeder einzelnen Zelle. Sie stellen also einen universellen und grundlegenden Betriebs- und Baustoff jedes Organismus dar.
Eiweiße sind an den unterschiedlichsten Vorgängen im Körper beteiligt und sind zum Beispiel essenziell für den Aufbau von Knochen, Haut, Muskeln und (im Fall der Vögel) auch der Federn, da sie die Grundlage der Zellstruktur sind. Auch wirken sie als Biokatalysatoren bzw. Enzyme in Stoffwechselreaktionen. Sie sorgen also dafür, dass der Stoffwechsel funktioniert.
Proteine helfen außerdem bei dem Transport von körperwichtigen Substanzen und bei der Bildung von Antikörpern, was sie enorm wichtig für ein starkes Immunsystem macht.
Trotz der Unerlässlichkeit von Eiweiß im Körper, besitzt dieser keine Speicher dafür. Eiweiß muss deshalb regelmäßig durch Nahrung aufgenommen werden, und zwar eine sehr vielfältige, da ein Organismus verschiedene Arten von Proteinen braucht. Diese sind nämlich, je nachdem welcher Quelle sie entspringen, also tierisch oder pflanzlich, aus verschiedenen Aminosäuren aufgebaut und werden auch dementsprechend jeweils für andere körpereigene Prozesse benötigt.
Bevor wir die verschiedenen Eiweißquellen durchleuchten, wollen wir uns aber zunächst herleiten, welche Bedeutung pflanzliches und tierisches Eiweiß für Hühner hat.

Die Ernährung der Hühner

Das Wildhuhn in der freien Laufbahn nahm ursprünglich ein reichhaltiges Bukett an Nahrungsmitteln zu sich. Auf der Wiese fanden Sie Gräser, Wurzeln, Samen, Knospen, Beeren und andere Pflanzenteile. Jedoch blieb es nicht bei dieser pflanzlichen Ernährung. Sie pickten auch gerne verschiedenstes Kleingetier wie Würmer, Larven, Insekten und wenn ihnen mal ein kleines Wirbeltier, wie ein Feldmäuschen in die Quere kam, schnappten sie auch da bedenkenlos zu.
Als der Mensch auf die Hühner aufmerksam wurde, hatte dieser noch keine Ahnung was er mit diesen anfangen könnte (außer Hahnenkämpfen zu Unterhaltungszwecken) und erst recht nicht, wovon sie sich ernährten. Deshalb überließ er die Futterversorgung auch den Tieren selbst. Sie lebten am Rande der Siedlungen und pickten dort alles was sie so entdecken konnten. Dazu zählte meist der Abfall der Menschen, den sie dort entsorgt hatten. 1685 war das Staunen groß, als entdeckt wurde, dass sie sogar Steinchen futtern (was nötig ist, um den Kauvorgang im Magen zu unterstützen).
Hühner sind also keineswegs Pflanzenfresser, sondern wahre Allesfresser. Darauf ist ihr Körper auch ausgerichtet und benötigt somit auch die entsprechende Zufuhr an vielfältigen Proteinen.

Wann brauchen Hühner mehr Eiweiß

Dass Hühner, wie auch andere Lebewesen, Proteine zum Körperaufbau bedürfen haben wir bereits geklärt.
Warum aber brauchen Hühner manchmal mehr Eiweiß im Futter?
Auch wenn Eiweiß an sich nicht im Körper gespeichert werden kann, können jedoch bestimmte daraus gewonnene Aminosäuren gespeichert und abgerufen werden, sobald Bedarf besteht. Dies kann man sich als eine Art Energiereserve vorstellen.
Ob aus der Reserve oder aus der direkten Zufuhr – vermehrt werden die Bestandteile der Proteine benötigt, wenn der Energiebedarf besonders hoch ist.
Für das Wachstum und den Zellaufbau sind Proteine grundlegend, deshalb ist der Bedarf für Juntiere natürlich hoch.
Hühner verbrauchen aber auch viel Energie, wenn sie die Temperatur ihres Körpers regulieren müssen, also im Winter bei frostigen Temperaturen oder bei Sommerhitze.
Auch für die Eierproduktion bzw. um die Legeleistung aufrecht zu erhalten muss das Huhn Kraftaufwand betreiben.
Doch neben dem Kampf gegen Krankheiten oder Beeinträchtigungen durch Parasiten, was einen enormen Energieaufwand darstellt, ist auch die Mauser eine Riesen Herausforderung für den Körper eines Huhns.
Bei der Mauser wird durch die Hormonumstellung im Herbst bei dem Huhn das Federkleid durch ein dichteres ersetzt. Dabei wirft das Huhn die alten Federn ab und braucht viel Eiweiß, um anschließend neue zu produzieren.
Nehmen die Hühner in dieser Zeit nicht genügen Eiweiß durch die Nahrung auf, erleiden sie an diversen Mangelerscheinungen und büßen ihre Gesundheit ein.

Die optimale Eiweißversorgung

Das Grundfutter deckt bereits den grundlegenden Bedarf der Hühner an Mineralien, Vitaminen und auch Eiweißen ab.
Wenn der Bedarf an Proteinen allerdings steigt, oder Sie das Futter selbst zusammenmischen möchten, sollten Sie wissen, durch welche Zutaten Sie eine optimale Eiweißweißversorgung für Ihre Hühner sicherstellen können.
Grundsätzlich ist zwischen pflanzlichem und tierischem Eiweiß zu unterscheiden.
Pflanzliche Eiweißquellen sind zum Beispiel Nüsse, Hülsenfrüchte, Bohnen, Hirse, Kartoffeln, Buchweizen, Erbsen und vor allem Soja.
Tierisches Eiweiß ist in Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten (wie Quark) enthalten, ebenso in Insekten und Mehlwürmern. Mehlwürmer kann man sogar selbst züchten. Auch Katzenfutter wird gerne als Geheimtipp von Hühnerhaltern eingesetzt, wenn es mal eine extra Portion tierisches Eiweiß z.B. vor einer Ausstellung oder bei der Mauser sein darf.
Die biologische Wertigkeit dieser Eiweißlieferanten und die Zusammensetzung der Aminosäuren unterscheiden sich dabei. Manche Aminosäuren kommen nur in tierischen und manche nur in pflanzlichen vor. Eine Kombination dieser erhöht somit die Wertigkeit. Eine ausgewogene Ernährung Bedarf einer Mischung der verschiedenen Proteine.
Wenn Sie Ihre Hühner nicht nur als Haustiere halten, sondern als Nutztiere, müssen Sie allerdings beachten, dass das BSE-Gesetz es untersagt Nutztieren tierisches Eiweiß zu verfüttern. Falls Sie Ihre Tiere als Nutztiere halten, ist also die Ersatzzugabe von Soja, Bohnen und Erbsen sinnvoll.
Außerdem werden Quark- und Milchprodukte gerne von Hühnern gefressen, können aber von Vögeln nicht komplett verwertet werden, da ihnen das Enzym Laktase fehlt, um Milchzucker im Körper zu abzubauen.
Ihren Hühnern grundsätzlich einen Haufen Proteine vorzusetzen ist aber nicht die Lösung, um Mangelerscheinungen zu vermeiden, denn zu viele Proteine können genauso schädlich sein. Bei dem körpereigenen Eiweißabbau wird überschüssiges Eiweiß in Stickstoff und Harnsäure aufgespalten und ist für den Körper giftig. Da diese Stoffe über die Nieren ausgeschieden wird, werden diese durch zu viel Eiweiß auf Dauer geschädigt.
Eiweiß ist somit nicht gleich Eiweiß und muss von dem Tier verwertet werden können, dem Zweck und Bedarf entsprechen.

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