Wie alt werden Hühner?

Welche Faktoren sind ausschlaggebend?
Wie alt werden sie und wie lange bleiben sie erhalten?

Wenn Sie am Beginn Ihrer Hühnerhalterkariere stehen und Ihnen die Tierchen ans Herz gewachsen sind, fragen Sie sich vielleicht, wie auch Halter von anderen Tieren, wie alt diese werden und wie lange sie Ihnen erhalten bleiben.
Bei Hühnern gibt es kein grundsätzliches Durchschnittsalter. Ebenso wie bei uns Menschen ist diese sehr stark von vielen verschiedenen Faktoren abhängig.
Wir wollen hier aber zumindest einen groben Überblick geben, welche Faktoren besonders ausschlaggebend sind und welche Lebenserwartung bei Hühnern diese mit sich bringen.

Faktor 1: Krankheiten

Der Einfluss von Krankheiten hat bei allen Lebewesen meist eine Lebensverkürzende Wirkung und kann nicht vorhergesehen werden. Sie können lediglich für eine artgerechte Tierhaltung, also einen hohen Hygienestandard, reichhaltige ausgewogene Ernährung und viel Bewegung Ihrer Hühner sorgen und Stressfaktoren zu vermeiden, um dem vorzubeugen. Das stärkt das körpereigene Immunsystem, sodass sich der Körper selbst gegen Krankheitserreger zur Wehr setzen kann. Ist dennoch mal eine Krankheit oder ein Parasitenbefall ausgebrochen, heißt es stets schnell zu handeln, einen Tierarzt zu kontaktieren und die anderen Tiere vor einer Ansteckung abzuschirmen. Lesen Sie hierzu unsere Artikel zu diversen Erkrankungen der Hühner, um im Fall der Fälle zu wissen was zu tun ist und die Lebenserwartung Ihrer Hühner zu verlängern.

Faktor 2: Hühnerrasse

Vielleicht haben Sie bereits selbst bei Ihrer Hühnerzucht festgestellt, dass manche Hühnerrasen früher verstorben sind als andere. Die Rasse der Hühner hat tatsächlich Einfluss auf die Lebenserwartung.
Rassen, bei dessen Zucht viel Wert auf Vitalität und ein gesundes Wachstum gelegt wurde (meist ursprüngliche Rassen) können bei einer artgerechten Haltung im Durchschnitt 5-7 Jahre alt werden. Manches dieser Hühner hat es schon geschafft bis zu 10 Jahre auf unserer Welt zu verweilen.
Hühnerrassen hingegen, bei welchen die Legeleistung das Zuchtziel darstellen, werden leider nicht annähernd so alt. Eine hohe Legeleistung beansprucht sehr viel Energie, diese muss durch spezielle reichhaltige Ernährung ausgeglichen werden, um die Tiere bei Kräften zu halten. Doch trotz der besten Lebensbedingungen und liebevollsten Fürsorge, bleibt das dauerhafte Eierlegen unter Höchstleistung unglaublich kräftezehrend und laugt den Körper schnell aus. Bereits nach etwa 2-3 Jahren werden Legehybriden auf Grund des geschwächten Körpers und damit geschwächten Immunsystems anfälliger für verschiedene Erkrankungen. Nicht nur das Federkleid sieht dann schon zerzaust aus, auch von innen wird die Schönheit durch Krebsgeschwüre besudelt. Kaum ein Legehybrid bringt es auf mehr als 3-4 Jahre.

Faktor 3: Das Geschlecht

Sofern das Huhn nicht irgendwo in einer Fabrik zur Welt gekommen ist und als männliches Küken direkt das Schicksal erlitten hat geschreddert zu werden, haben Hähne eine große Chance sehr viel älter zu werden als die weiblichen Genossen. (Das Kükenschreddern ist übrigens in Deutschland ab Ende 2021 verboten. Durch zwei mögliche Methoden zur Geschlechterbestimmung des Eis brauchen aber männliche Küken dann gar nicht erst ausgebrütet zu werden.)
Es wurde beobachtet, dass Hähne unabhängig von der Rasse älter werden als Hennen. Das liegt wahrscheinlich wiederum mit der Eiproduktion zusammen, welche für die Hennen belastend und damit Lebensverkürzend ist. Ein anderer möglicher Grund dafür ist aber auch der erhöhte Bewegungsdrang, den Hähne meist haben. Es besteht die Vermutung, dass die vermehrte Bewegung bei Ihnen zu mehr Vitalität und einem längeren Leben führt. Ein Hahn kann dann bei guter artgerechter Haltung bis zu 10 Jahre alt werden.

Faktor 4: die Haltungsbedingungen

Bei Hobbyhaltern werden die Hühner deutlich älter als in der Massentierhaltung.
Hobbyhalter sorgen für positive Haltungsbedingungen bei Ihren Tieren, da hier kein Profit im Vordergrund steht, sondern das Wohl der Tiere und die Selbstversorgung mit qualitativ hochwertigen Erzeugnissen (Eiern / Hühnerfleisch), oder auch diese einfach als glückliche Haustiere zu halten. Den Hühnern steht dabei im Vergleich zur Massentierhaltung viel mehr Platz zur Verfügung, sowohl im Stall als auch im Freilaufgehege. Tiere in der Massentierhaltung bekommen meist nie die Chance in Ihrem Leben frei auf einer saftigen Wiese herumzurennen und sich satt zu fressen an Gräsern, Kräutern, Insekten usw. Die Nährstoffzufuhr der Tiere aus der Massentierhaltung ist damit auch viel einseitiger und die Bewegung kommt sehr kurz. Bereits all diese Faktoren wirken sich stark Lebensverkürzend auf Hühner aus.
Bei der Massentierhaltung kommen jedoch noch erschwerend hinzu, dass diese für die Eierproduktion zu Höchstleistungen getrieben werden. Der Stall wird auf eine perfekte Temperatur gebracht, ihnen wird Hochleistungsfutter verabreicht und die Tagphasen durch Kunstlicht verlängert. Diese äußeren Faktoren bringen den natürlichen Rhythmus des Körpers durcheinander, sodass das Huhn keine Phasen der Ruhe hat, sondern permanent Eier produziert und diese auch noch in einer enormen Größe. Nach 12-14 Monaten sind die Hühner so ausgelaugt, dass sie sterben, sofern sie nicht nach 12 Monaten sowieso schon getötet wurden, um durch leistungsfähigere Junghennen ersetzt zu werden. So wird die kommerzielle Hühnerhaltung profitabel gehalten. Somit ist nicht nur die Lebensdauer, sondern auch die Lebensqualität dieser Tiere auf ein Minimum herabgesetzt.

altes Huhn

Falls das Huhn nicht bei Ihnen aufgewachsen ist, sondern Sie es zugekauft haben und nicht mit Sicherheit wissen, wie alt es ist, können Sie an einigen Merkmalen feststellen, ob es sich bei dem Huhn um ein Jungtier oder bereits um ein altes Huhn handelt.
Sie können meist bereits auf den ersten Blick dem Huhn das Alter ansehen. Dafür müssen Sie nur Ihr Auge etwas schulen. Betrachten Sie das Federkleid. Etwa wie bei dem menschlichen Haar, verrät es bei den Hühnern auch viel über das Alter. Bei gesunden Jungtieren ist es voll und glänzend und bei alten Hühnern wirkt es hingegen nicht mehr so voll und glänzend, sondern eher zerzaust.
Auch die Hautanhanglappen, also der Kehllappen und der Kamm wirken eher fad und nicht intensiv gefärbt.
Auch das Verhalten der älteren Tiere ist anders. Gesunde Jungtiere sind sehr lebhaft, aktiv und neugierig. Ältere Tiere sind eher träge und wirken manchmal sogar etwa apathisch.
Bei älteren Hennen sinkt die Legeleistung, besonders im Spätherbst und Winter legen sie kaum noch bis gar keine Eier mehr.
Der Körper älterer Tiere ist geschwächt, weshalb sie auch anfälliger für Krankheiten und Temperaturunterschiede werden. Temperaturschwankungen auszugleichen erfordert viel Energie, weshalb geschwächte Tiere bei starker Hitze oder Frost oft sterben.

Glückliche Hühner in Rente

Wenn Sie Ihre älteren Hühner nicht für eine Schlachtung als Suppenhuhn vorgesehen haben und noch Kapazität haben, können Sie Ihrem Vogel, der Sie wahrscheinlich bereits mehrere Jahre Ihres Lebens begleitet hat, ein glücklicher Ruhestand gönnen.
Mit entspannten Plätzchen auf der Wiese, mit verschiedenen Unterschlupfmöglichkeiten und einer abwechslungsreichen Ernährung können Sie Ihrer alten Henne Ihre Dankbarkeit bekunden. Auf den Speiseplan können Sie hierfür regelmäßig Apfelschnitze, Beeren, Salatblätter, geraspelte Karotten und Vitaminpräparate setzen.

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