Zwerghühner halten

Wissenswertes und Besonderheiten
kurze Einführung

Zwerghühner können mehr, als nur putzig aussehen aufgrund ihrer Größe. Auch wenn die Größe wiederum weitere Vorteile mit sich bringt. Besonders wenn Ihnen nur ein kleiner Garten für die Hühnerhaltung zur Verfügung steht, klingt die Anschaffung dieser Rasse verlockend.
Lernen Sie im Folgenden die Besonderheiten der Zwerghühner kennen und was sie brauchen.

Unterschiede zwischen Zwerghühnern und Großhühnern

Als erstes wollen wir klären, ob die Größe der einzige Unterschied zwischen Zwerghuhn und Großhuhn ist. Denn dies ist natürlich der naheliegendste. Zum Beispiel wiegt ein Zwerghuhn je nach Rasse um die 500 bis 1200 Gramm. Eine klassische Großhuhnrasse wie das Vorwerkhuhn bringt da schon zwischen 1800 und 2400 Gramm auf die Waage.
Auch die Legeleistung ist etwas geringer und die Größe der Eier natürlich etwas kleiner als bei den großen Rassen.

Verschiedene Zwerghuhnrassen

Grundsätzlich muss zunächst grob zwischen zwei Kategorien der Zwerghühner unterschieden werden.
Es gibt Zwerghühner, die von Natur aus, also ihrem Ursprung nach bereits klein sind und zählen zu den Urzwergen. Urzwergrassen sind zum Beispiel das Deutsche Zwerghuhn, das Seidenhuhn, die Chabos und die Bantam-Hühner.
Die zweite Kategorie sind die verzwergten Großrassen, die verschiedenen Haushuhnrassen abstammen, jedoch durch Zucht gezielt in kleine Ausgaben verwandelt wurden. Sozusagen die Bonsais der Hühner. So sind zum Beispiel Zwerg-Friesenhühner, Zwerg-New Hampshire, Zwerg-Welsumer und Zwerg-Cochins weit verbreitet.

Sind Zwerghühner für Sie die richtige Wahl?

Nun sehen wir uns die Kriterien an, welche für den Kauf von Zwerghühnern sprechen und was mit dieser Entscheidung einhergeht.
Tipp: Zur Anschaffung der Hühner eignet sich am besten der Frühling bzw. Frühsommer, da Hitze und Frost stressig für die Tiere sind. Milde Temperaturen machen ihnen die Eingewöhnung einfacher. 

Wie viel Platz steht Ihnen zur Verfügung?

Für optimale Haltungsbedingungen muss den Hühnern genügend Platz zur Verfügung stehen. Für Zwerghühner sind es etwa ein Quadratmeter Stallfläche auf 6 Hühner und 8-10 Quadratmeter Freilauffläche. Eine Hühnerschar lässt sich so optimal in einen kleinen Garten integrieren.
Wenn Sie anschließend die Schar erweitern wollen und die Kleinen so wirken als würden da auch locker noch mehr in den kleinen Stall passen, sollten Sie den Richtwert für den Platzbedarf nicht unterschreiten. Zwerghühner sind nämlich quirlige Genossen und scharren auch genauso gern wie die Großen. Sie brauchen daher im Stall ausreichend Platz, um sich ausruhen zu können und damit kein Stress oder Krankheitsausbreitungen resultieren.
Der Platz im Freilauf ist für viel Bewegung nötig und damit jedes Huhn genug Gras zum Rupfen hat, ohne das die Fläche gleich kahl wird. Haben Sie nur etwas weniger Auslauffläche zur Verfügung, können Sie dies ausgleichen, indem Sie auf dem Gelände viel abwechslungsreiche Struktur z.B. durch Sträucher und Äste bieten. Auch sonstige interessante Gegenstände für eine Beschäftigungstherapie sind immer vom Vorteil.
Haben Sie eventuell bereits einen Stall von einer früheren Hühnerhaltung, der etwas größer ist, sollte er für eine kleine Zwergenhuhnschar ggf. noch etwas aufgerüstet werden. Denn zu viel Platz im Stall ist für Hühner nicht unbedingt besser. Zumindest nicht im Winter, da ein großer Stall schwerer warm wird und die Hühner dort vielleicht frieren oder sich sogar Verletzungen durch Erfrierungen zuziehen können. Ist der Stall also etwas zu groß, kann er nachträglich auch etwas verkleinert und isoliert werden. Eine zusätzliche Wärmequelle für den Winter kann auch helfen.

Welchem Zweck sollen die Hühner dienen?

Eine wichtige Überlegung, bei der Wahl der Hühner ist, welche Erwartungen Sie als Hühnerhalter an Ihre Hühner haben. Suchen Sie ein süßes Haustier mitwelchem Sie Kinderherzen höherschlagen lassen können, oder einen Lieferanten für Frühstückseier?

Zwerghühner als neue Haustiere
Sofern es um Haustiere geht, sind Zwerghühner grundsätzlich eine gute Wahl. Besonders Urzwerge wie Seidenhühner oder Chabos sind durch ihre Eigenschaften für diesen Zweck hervorragend geeignet. Sie sind zutraulich und freundlich. Kinder hätten mit dieser Rasse also ihre Freude. Auch macht die Schar optisch durch das besondere Gefieder in den verschiedensten Farbschlägen viel her. Hin und wieder würden Sie sogar ein Ei abbekommen. Große Eierliebhaber könnten jedoch auf den Einkauf auswärts nicht verzichten, da sie es nur auf etwa 80 Eier pro Jahr bringen.

Zwerghühner für Frühstückseier
Wenn Sie gerne Eier von eigens gehegten und gepflegten Hennen genießen möchten, jedoch keinen Platz für große Legehennen haben, eigenen sich verzwergte Großrassen am besten. Teilweise stehen Sie den Großhühnern in nichts nach und sind für ihre Größe wahre Legewunder. An extra gezüchtete Hybridhennen kommen sie natürlich nicht ran, mit ihren etwa 300 Eiern pro Jahr. Auf 180 Eier pro Jahr kommen jedoch zum Beispiel die Zwerg-Welsumer und haben vergleichsweise beeindruckend große Eier, was für eine kleine Familie auch vollkommen ausreichend ist. Rassen wie Zwerg-Welsumer, Zwerg-Leghorn und Zwerg-Bielefelder sind als kleine Legehennen, wegen ihrer hohen Legeleistung deshalb super geeignet.

Welches Budget haben Sie?

Welches Huhn Sie sich anschaffen, kann auch von der Höhe Ihres Budgets abhängen. Die günstigste Variante ist die Hybrid-Legehenne. Wenn Sie einerseits nicht ausreichend Platz für diese Art haben und andererseits besonders Wert auf Tierwohl legen ist die Hybrid-Legehenne jedoch wahrscheinlich nicht die richtige Wahl. Denn diese Hennen wurden so gezüchtet und gekreuzt, damit sie möglichst viele Eier legen. Jedoch sind sie dadurch auch anfälliger für Krankheiten.
Wenn Sie sich bereits für die Anschaffung von den kleineren Verwandten entschieden haben und sich nun fragen was ein Zwerghuhn kostet, hängt die Antwort von der jeweiligen Unterrasse ab, wie teuer ein Zwerghuhn ist. Die teuersten sind dabei seltene Rassehühner oder welche, die besonders gefragt sind. Hühnerhaltung liegt im Trend und die Nachfrage nach besonderen Arten schlägt sich im Preis nieder. Durchschnittlich kostet ein Zwerghuhn zwischen 15 € und 20 €, wie ein Zwerg-Welsumer und Zwerg-Bielefelder. Zwerg-Seidenhühner oder anderes besonderes Geflügel kann doch schon teurer werden.
Es lohnt sich verschiedene Angebote zu vergleichen und vor allem verschiedene Anbieter. Denn neben dem Preis spielt besonders die Aufzucht und Haltung eine wichtige Rolle. Am besten ist es daher, wenn Sie die Möglichkeit haben sich vor dem Kauf vor Ort selbst von guten Haltungsbedingungen zu überzeugen. Ihr Huhn soll schließlich nicht einfach nur günstig sein, sondern gesund und glücklich.

Was braucht ein Zwerghuhn?

Diese Frage betrifft auch teilweise das Budget. Denn neben der Anschaffung des Huhns an sich, muss ja noch in die artgerechte Haltung investiert werden. Grundsätzlich braucht ein Zwerghuhn genau dieselbe Ausstattung wie ein normal großes Huhn. Mal abgesehen von dem geringeren Platzbedarf.
Neben dem Stall und der Freilauffläche in der passenden Größe für Ihre Gesamtschar, werden auch weitere Einrichtungsgegenstände benötigt.
Jedes Zwerghuhn braucht eine Sitzstange im Stall von circa 20 Zentimetern mit darunter liegenden Kotbrettern.
Auf zwei bis drei Hennen kommt außerdem ein gemütliches Legenest mit weicher Einstreu. In dem gesamten Stall wird auch ordentlich Einstreu verteilt, z.B. aus Stroh oder Sägespänen. Die Hühner sollen sich hier gut mit Herumscharren austoben können.
Um Parasiten entgegenzuwirken, wird auch Kieselgur benötigt. Davon können Sie sich gerne gleich mehrere Kilo besorgen. So können Sie diese regelmäßig im Freilauf, Stall, in den Nester und auf den Hühnerrücken prophylaktisch verteilen, damit keine Parasiten eine Chance haben sich auszubreiten.
Des Weiteren werden auch eine Wanne mit Sandbad, sowie Wasser- und Futterbehälter gebraucht. (Achtung: Alle Geräte, Futter- und Wasserbehälter überdacht, also wildvogelsicher installieren, damit das Risiko einer Vogelgrippe minimiert wird.)

Welches Futter für Zwerghühner?

Bevor die Zwerghühner in den Stall einziehen, sollten Sie sich auch darum kümmern das Futter zu besorgen. Zwerghühner brauchen kein spezielles Futter, sondern ernähren sich von demselben Futter, wie herkömmliche Hühnerrassen. Sie picken gerne Körner, Wurzeln, Gräser, sowie Obst und Gemüse. Zu viel Saftobst darf es jedoch nicht sein, da die Hühner dadurch Durchfall bekommen können.
Das Fallobst aus dem Garten sollten Sie den Hühnern außerdem nur gesäubert reichen, damit Sie durch Wildvogelkot an keinen Infektionen erkranken können.
Bei der Mauser, im Winter, sowie bei schwächeren Hühnern (Junghennen, alte oder kranke Hennen) müssen Sie außerdem auf besonders stärkendes Futter mit einem hohen Gehalt an Eiweiß, Vitaminen und Spurenelementen achten. Etwas Legemehl unter das Futter gemischt, unterstützt sie außerdem beim Eierlegen durch eine reichhaltige Nährstoffversorgung.

Zwerghühnerhaltung im Winter

Mit Kälte kommen sie bis zu bestimmten Minusgraden besser zurecht als mit großer Hitze. Wenn Sie den Stall gut isolieren, liegen Sie aber immer richtig. Die Isolierung hält im Winter den Frost draußen und im Sommer die Hitze. Für den Winter können Sie auch eine Wärmequelle an der Decke anbringen, sobald die Temperaturen zu frostig werden. Wenn der Winter mild ist, ist davon jedoch abzuraten, damit die Tiere zwischen Stall und Freilauf keine großen Temperaturschwankungen ausgleichen müssen. Dies ist nämlich für sie anstrengend und schwächt sie, was sie wiederum anfällig für Krankheiten macht.
Welche Temperaturen für die Hühner als „mild“ gelten, hängt von der Rasse ab. Tiere mit großen Kämmen und Kehllappen frieren auch schneller. Diese können Sie gegen den Frost z.B. mit Vaseline einfetten. Rassen mit kleinen Hautanhanglappen und Federn an den Füßen halten auch schon mal problemlos Temperaturen von etwa -10 Grad aus, oder teilweise noch etwas kälter.
Im Sommer ist neben einer guten Isolierung auch eine ausreichende Belüftung (ohne Zugluft) gut, damit die Luft gut zirkuliert.

Ihre Erfahrung als Hühnerhalter

Haben Sie bisher noch nicht viele bis keine Erfahrungen als Hühnerhalter sammeln können, werden für Sie am besten Zwerghühnerrassen für Anfänger geeignet sein.
Hier einige Beispiele von Zwerghühnerrassen für Anfänger:

  1. Zwerg-Wyandotten sind robust und haben einen ruhigen, freundlichen Charakter. Da sie kaum fliegen können, brauchen Sie sich auch keine Sorgen zu machen, dass sie in Nachbars Garten ausbüxen können.
  2. Zwerg-Welsumer sind neugierige und aktive Gesellen, woran Kinder sicher Spaß hätten. Außerdem sind sie nicht besonders anspruchsvoll und gewöhnen sich schnell an Menschen.
  3. Zwerg-Chochins sind besonders hübsch anzusehen mit ihren bunten glatten oder gelockten Federn. Da sie hinzukommend handzahm und zutraulich sind, begeistern sie Jung und Alt. Viele Eier brauchen Sie von diesen Federprächtigen jedoch nicht zu erwarten. Sie kommen lediglich auf 80 Eier im Jahr.
  4. Ostfriesische Zwergmöwen haben nicht nur einen aufregenden Namen, sondern sind ebenfalls hübsch anzusehen und sind winterfest.
Fazit

Nicht nur bei wenig Platz sind Zwerghühner auf Grund ihrer Eigenschaften großartige Hofbewohner und legen ebenfalls ausreichend Eier. Der Aufwand ist ähnlich wie bei den Großrassen, hängt im Endeffekt jedoch ebenfalls davon ab, wie pflegeleicht die auserwählte Rasse ist.
Kinder werden von den neuen gefiederten Freunden begeistert sein.
Bei guten Haltungsbedingungen und liebevoller Pflege, werden Sie bei einer Lebenserwartung von etwa 3-4 Jahren auch viel Freude an ihnen haben.

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